Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Protest des Irak [Nachricht]
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 457 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht mehr notwendig sei. Der Irak habe gemeinsam, mit Saudieh und dem Jemen ein Interesse an Palästina. Die beiden letzteren Staaten haben keine Proteste erhoben. Die Sicherheitsverhältnisse» Bis Mitte August ist die Ruhe im Lande trotz der Spannung wegen des Teilungsplanes nur gelegentlich gestört worden. Bei einem Zusammenstoß mit Terroristen wurde ein arabischer Polizist getötet. Dabei fand der Terrorist Abdul Latif, an dessen Mord an dem Siedler Galutmann sich die Unruhen des Jahres 1936 entzündeten, den Tod. Zwei gemäßigte Araber wurden in Haifa getötet und der Scheich des Dorfes Lifta, der neuerdings für die Naschaschibi-Sippe eintritt, verwundet. Einige Bombenanschläge zeigten, daß die Organisation der Terroristen noch handlungsfähig ist. Das arabische Dorf Um el Fächern wurde mit einer neuartigen Kollektivstrafe belegt, indem den Dörflern die Auswahl zwischen mehreren Strafen freigestellt wurde. Die Dörfler, die einen Feuerüberfall auf Arbeiter der Elektrizitätswerke gemacht haben, können zwischen Zahlung von 100 £ Schadenersatz an die Gesellschaft, Ablieferung von 15 Gewehren und Nennung von 30 Arbeitslosen wählen. Es ist zu bezweifeln, ob dadurch die Autorität der Behörden gestärkt wird. Ohne besonders legalistisch zu werden, könnte man fragen, ob es nicht Pflicht der Behörden wäre, Waffen, die unrechtmäßigerweise in Besitz von Rechtsbrechern sind, zu beschlagnahmen, nicht aber es diesen gleichmütigst freizustellen, ob sie nicht vieleicht anstatt dessen 30 Arbeitslose angeben wollen, deren Namen die Polizei ohnedies wissen dürfte. Diese Haltung wohlwollender Gleichgültigkeit im kleinen zeigt sich mch in der bedeutendsten Frage der öffentlichen Sicherheit in der Behandlung des Mufti. Die Räume des Obersten Arabischen Ausschusses wurden zwar durchsucht :nd der Agitator Subhi Bey el Kadra, dessen Tätigkeit schon die Shaw^Kommission beleuchtet hatte, wurde verhaftet, aber der Mufti wird noch von der Regierung beragt und gehört und kann die Gelder der religiösen Stiftungen zur Finanzierung des Terrors verwenden. Die Königliche Kommission hat die direkte Verantwortlichkeit des Mufti für die Unruhen festgestellt. Um wörtlich zu zitieren: »Heute ist es offenbar, daß die elementarste Pflicht für öffentliche Sicherheit zu sorgen, nicht erfüllt wurde. Venn es eine Beschwerde gibt, welche die Juden unzweifelhaft mit Recht vorbringen, o ist es das Fehlen der Sicherheit«. Anscheinend hat die Verwaltung nicht die Neigung, von der Kommission Ratchläge anzunehmen. In den letzten zehn Tagen sind die Überfälle wieder häufiger geworden. Bewaffnete Araberbanden machen die Straßen unsicher, überfallen jüdische Siedlungen (Arza), arabische Dörfer und Polizeipatrouillen. Ein arabischer Polizist und zwei weitere Araber sind dabei getötet und mehrere verwundet worden. Mehrere führende Mitglieder -es Streikkomitees, darunter der Führer der arabischen Pfadfinder, Khalid Bey Dusdar, wurden verhaftet. Verstärkter Patrouillendienst. An der Grenze gegen Syrien wurde zur Verhinderung von Waffenschmugel ein verstärkter Patrouillendienst eingerichtet. Neuer Oberbefehlshaber. Als Nachfolger des Generalleutnants J. G. Dill wurde Generalmajor A. P. Wavell zum Befehlshaber aller britischen Streitkräfte in Palästina und Transjordanien ernannt. General Wavell war ein intimer Freund und Mitarbeiter des Obersten Lawrence. Beförderung arabischer Polizeioffiziere. Drei arabische Polizeioffiziere wurden zu stellvertretenden Superintendenten befördert, ein Rang, den palästinensische Polizeioffiziere bisher nicht erreichten.