Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 376

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Öffentliche Kontrolle der Wirtschaft [Nachricht]
Date
1937-07-01
Page
Seite 376 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379961--25546-2411950
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und halböffentlichen Körperschaften auf die jüdische Wirtschaft des Landes haben. Er berechnet dafür annähernd folgende Zahlen: Landwirtschaft 30 bis 35%, Bau 20%, Industrie und Handwerk 5%, Außenhandel 20%, Binnenhandel 10%. Änderung der Zusammensetzung der Assefath Haniwcharim. Nach langjährigen Verhandlungen hat der Waad Leumi beschlossen, 12 Vertreter jüdischer Städte und Stadtgemeinden, und zwar Bürgermeister und Vorsitzende von Stadträten, 12 Vertreter von Orts- und Siedlungsräten und 6 Vertreter von Arbeiterkolonien zu Mitgliedern der Assefath Haniwcharim zu ernennen. Die Oberrabbiner der aschkenasischen und der sephardischen Gemeinde wurden gleichfalls zu Mitgliedern ernannt. Diese Regelung erfolgt, um gewissen wirtschaftlichen und kulturellen Interessengruppen, z. B. den Pflanzern, die wegen des Listen- und Verhältniswahlrechtes keine entsprechende Vertretung in der Assefath Haniwcharim erhalten konnten, die Möglichkeit zu geben, dennoch ihre Interessen wahrzunehmen. Die Einnahmen der Jewish Agency. Im ersten Halbjahr 5697 hat die Jewish Agency 263.105 £P eingenommen, gegen 134.000 £P in der ersten Hälfte 5696. Die Ausgaben bestanden unter anderem aus 84.000 £P für Kolonisation, 31.000 £P für Siedlung, 23.000 £P für Einwanderung, 56.500 £P für Sicherheit, 15.000 £P für Erziehung und 13.000 £P für Handel und Industrie. Die Flüchtlinge. Anfang Juni veranstalteten die an der Grenze von Rischon-Ie-Zion in Zelten untergebrachten 78 Familien sephardischer Flüchtlinge aus Jaffa eine stürmische Kundgebung vor dem Rathaus in Tel Aviv, wobei Polizei einschreiten mußte. Die Kundgebung ist auf die traurige Lage des Restes der aus Jaffa geflüchteten Juden zurückzuführen, der in die Wirtschaft des Landes nicht eingegliedert werden konnte. Nach Auflösung des Lagers m Tel Aviv im Dezember 1936 blieben 4290 Personen übrig, für die noch keine Existenz gefunden war. 800 Familien blieben in Tel Aviv, wo Wohnungsnot, Überfüllung der Schulen, die die Kinder der Flüchtlinge praktisch der Straße überließ und Mangel an Arbeit die Existenz der Flüchtlinge ganz im Ungewissen läßt. Ein Teil von ihnen sollte in den Dörfern als Landarbeiter untergebracht werden und zu diesem Zwecke wurden Ilmschulungskurse eingerichtet und der Bau von Kleinhäusern sollte bis 1. November 1936 fertiggestellt sein. Die Kosten, die Regierung und Jewish Agency je zur Hälfte tragen, waren mit 1250 £P vorgesehen, wurden aber auf das Doppelte erhöht. Die zahlreichen Kinder der Flüchtlinge konnten jedoch in den Schulen der Siedlungen nur zum geringsten Teil und nach vielen Verzögerungen und Schwierigkeiten untergebracht werden und mit Ausnahme von Ness Ziona, ist noch nirgends mit dem Bau der Kleinhäuser begonnen worden, so daß die Flüchtlinge in Elendsquartieren in überfüllten Räumen wohnen und äußerst hohe Zinse zahlen müssen. Ein Teil muß noch in Zelten wohnen und ist Krankheiten besonders ausgesetzt. Diese Gruppe hat auch die Kundgebungen veranstaltet. WANDERUNG* Einwanderung: April 1340 (April 1936: 3339), davon 126 Kapitalisten mit 100 Angehörigen, 419 Arbeiter mit 362 Angehörigen, 236 von Verwandten Angeforderte und 33 Einwanderer anderer Kategorien. BEVÖLKERUNG. Die Bevölkerungsbewegung im ersten Viertel 1937* Am 31. März betrug die Bevölkerung Palästinas 1,316.142 Personen ohne die 66.553 Nomaden. Von diesen waren 805.173 (61,2%) Moslem, 389.390 (29,6%) Juden, 110.146 (8,4%) Christen und 11.433 (0,8%) andere.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.