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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 367

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Wirtschaft. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv.
Date
1937-07-01
Page
Seite 367 (sequence 2)
Language
German
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worden, zumal sich die Nachrichten über die Teilung Palästinas und seine staatliche U^j'Jjf Neuordnung immer mehr verdichtet haben. Nach der halbjährigen Dauer der Unruhen, nach den anschließenden mehrmonatigen Untersuchungen der Königlichen Kommission im Lande selbst, nach dem halbjährigen "Warten auf den Bericht derselben, muß jedenfalls die dringende Hoffnung ausgesprochen werden, daß sich an die Bekanntgabe des Berichtes kein langwieriger politischer modus procedendi schließt und daß möglichst schnell eine klare Lage geschaffen wird, auf die sich das wirtschaftliche Leben einstellen kann. Fast zu lange schon zieht sich die Unsicherheit der Verhältnisse und das Warten auf ihre Klärung und Neuordnung hin und zehrt an der Lebensfähigkeit der Unternehmungen. Wenn es auch im Augenblick noch voreilig wäre, sich mit den wirtschaftlichen Rückwirkungen einer Teilung des Landes zu befassen, so wird die palästinensische Wirtschaft dennoch von der Frage beherrscht, ob eine Teilung zu einer Konjunkturbelebung führen wird und ob der jüdische Teil in dieser oder jener politischen Form ein auf die Dauer wirtschaftlich lebensfähiges Gebiet sein wird. Die Schaffung auf längere Zeit gesicherter Verhältnisse würde zweifellos die Hauptursache der gegenwärtigen Stagnation beseitigen und daher' stark konjunkturanregend wirken -:ötnnen. Die Konjunkturentwicklung der näheren Zukunft wird dabei aber sehr weitgehend von der Wiederaufnahme der Einwanderung und Kapitalzufuhr abhängen, .iie zum Ausbau der wirtschaftlichen Grundlagen des verselbständigten jüdischen Teiles Palästinas notwendig ist. Die Frage, ob ein geteiltes Palastina wirtschaftlich auf die Dauer überhaupt lebensfähig ist, stellt sich weniger für den arabischen als für den üdischen Teil. Der arabische Teil würde ja mit Transjordanien zu einem größeren politischen Gebilde vereinigt werden, während der jüdische Teil auf sich selbst gebellt existieren muß. Insofern hängt die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des jüdischen Teils Palästinas von der Größe der landwirtschaftlich nutzbaren Bodenfläche ab, über iie er verfügen wird und die für eine wesentlich größere Bevölkerung ausreichen muß Is die gegenwärtige, um jenen weiten Markt für eine rationelle agrarische und indurrielle Produktion zu schaffen, der diese allein ermöglicht. Ferner kommt es auch arauf an, ob der jüdische Teil die Rohstoffquellen in sich schließt, die in Palästina orhanden — wenn auch noch nicht ausgebeutet — sind. Diese Fragen werden sich "st beantworten lassen, wenn die Vorschläge der Königlichen Kommission im einzelnen ekannt sein werden. Aus der palästinensischen Industrie« Die palästinensische Industrie ist zweifellos derjenige Wirtschaftszweig, der am :ärksten unter der wirtschaftlichen Stagnation gelitten hat, und zwar sowohl von der ^.bsatzseite wie von der Finanzierungsseite her. Die Bemühungen um Reorganisation ■ er von der Krise betroffenen Unternehmungen haben in den letzten "Wochen zu mehreren Erfolgen geführt. So wird die Palestine Foundries and Metal Works Ltd. in -ie Hände der Palestine Corporation Ltd. übergehen, der Betrieb wird unter Leitung mes englischen Fachmannes technisch ausgebaut und neben der Eisengießerei auch uoer eine Stahlgießerei verfügen. Mit Arbeitereinstellungen ist bereits begonnen worden, --vach die Palestine Window Glass Works »Phönicia« Ltd., die kurz nach der Be- "nebseröffnung wieder still gelegt werden mußte, steht vor der Reorganisation und Wie de raufnähme des Betriebes. Das Unternehmen ist nach dem Gutachten zweier -nglischer Fachleute technisch gut aufgebaut und eingerichtet, an der finanziellen Reorganisation ist ein bedeutendes europäisches Unternehmen der Glasindustrie beteiligt. Voraussetzung der Übernahme und Inbetriebsetzung ist allerdings eine Er-

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