Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1937)
- Article
- Die Vorschläge der Königlichen Kommission
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 336 (sequence 2)
- Language
- German
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sonderer Tag festgesetzt, so daß der Permanenten Mandatskommission die Entscheidung des Unterhauses bereits vorliegen wird. Der Kolonialsekretär wird, begleitet vom Sekretär der Peel-Kommission, J. M. Martin, in der Sitzung der Mandatskommission die Vorschläge vertreten. Wie der nachstehende Auszug des Berichtes zeigt, wird das Land nicht nur geteilt, sondern zerstückelt, da die Hauptstadt sowie ein Korridor von Jerusalem nach Jaffa unter britisches Mandat gestellt, überdies einige Städte im jüdischen und eine im arabischen Teil ebenfalls unter britische Aufsicht kommen. Außerdem wird Jaffa, das außerhalb der Grenzen des arabischen Staates liegen wird, zu diesem geschlagen. Die Juden erhalten nur 6000 km2 von 26.000 km2 des Mandatsgebietes. Die Fragen der Hafenbenützung, der Tarifierung, der Zölle usw. sind so komplizierte, daß sie unlösbar erscheinen. (Der Bericht spricht sich übrigens gegen die Ausgestaltung des Hafens von Tel Aviv und für einen gemeinsamen Hafen Tel Aviv—Jaffa aus.) Würde dieser Vorschlag angenommen werden, dann würde ein noch viel schlimmeres Unheil angestiftet, als es mit manchen Friedensverträgen der Fall war: Im jüdischen Staat würde anfangs eine Minorität von vielleicht 40% vorhanden sein, die politisch und national gegen die jüdische Mehrheit agressiv eingestellt ist. Die territoriale und ökonomische Zerstückelung, sowie die verschiedenen Einschränkungen der Souveränität der Staatsnationen durch die Rechte des Eingriffes seitens der Mandatarmacht würde in den neuen Gebilden schon von ihrer Geburt her Keime innerer' Unruhen und äußerer Konflikte Es ist zu bedauern, daß die Kommission zu solchen Vorschlägen gekommen ist, denn ihre Mitglieder haben, was gerne hervorgehoben werden soll, die Untersuchung in jenem hohen Geiste der Unparteilichkeit, Sachlichkeit und mit jener politischen Erfahrung geführt, die britische Staatsmänner so oft ausgezeichnet haben. Die Empfehlungen der Peel-Kommission. Nach Ansicht der Königlichen Kommission soll das gegenwärtige Regierungssystem in Palästina nicht beibehalten werden. Der Bericht der Kommission stellt fest, daß England sowohl den Juden wie den Arabern Versprechungen gemacht hat. Den. Juden wurde während des Krieges versprochen, ihnen bei der Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina zu helfen, den Arabern, ihnen bei der Erringung ihrer politischen Unabhängigkeit Beistand zu leisten. Beide Versprechen wurden seinerzeit in Übereinstimmung mit den Traditionen Englands und in voller Aufrichtigkeit gemacht. Es gibt eine traditionelle britische Freundschaft mit den arabischen Völkern in allen Ländern des Mittelostens; es gibt ebenso eine traditionelle englische Sympathie für das jüdische Volk, und es liegt im Interesse Großbritanniens, sich das Vertrauen der Judenheit zu erhalten. Es hat sich aber herausgestellt, daß die nationalen Aspirationen der Juden und Araber miteinander unvereinbar sind. Die Hoffnung, die mar» einst hegte, sie miteinander in Einklang zu bringen, hat sich nicht erfüllt. Die Araber wollen ihr eigenes Reich begründen; die Juden verlangen volle Freiheit, Palästina wieder aufzubauen und in ihr historisches Heimatland zurückzukehren, ohne irgend welchen Beschränkungen unterworfen zu sein. Die Jewish Agency hat gegenüber der Königlichen Kommission darauf bestanden, daß das Mandat in seinem vollen Umfange ausgeführt werde und daß die jüdische Einwanderung nach- Palästina vergrößert, wird. Keine dieser Forderungen ist annehmbar. Die Forderung der Araber, Palästina als arabisches Land betrachtet zu sehen, läßt das Recht der Juden und die Tatsache, daß sich bereits 400.000 Juden in diesem Land befinden, außer Acht. Es ist undenkbar,