Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Die Zukunft des Zitrusbaues [Nachricht]
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 321 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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die Selbstkosten 9 sh betragen. Die britische Regierung erzielte auf Palästina-Orangen eine Zolleinnahme von 503.000 £P, jene von Palästina nahm 200.000 £P für Zölle und Gebühren (Packmaterial, Hafenabgaben usw.) ein. Nur wenn die Spezialzölle in England nicht zu zahlen wären — das heißt wenn Palästina ein Dominion werden würde — könnte die Zitrusindustrie bestehen. Smilansky plaidiert dafür, daß die englische Regierung der palästinensischen Zitrusindustrie einen Teil des gezahlten Zolles rückvergüten soll. Es ist ferner sehr nachteilig, daß immer noch die sechs jüdischen Orangenkorporativen zusammengeschlossen sind. Auch die Palästina-Regierung müßte endlich eine aktive Förderungspolitik für die Zitruspflanzung betreiben. Der Gemüsebau. In »Boust'nai« Nr. 5, schreibt M. Smilansky über Gemüsebau. Es ist von Übel, daß sich von Mai bis Juli 40 bis 50% der Jahresproduktion zusammendrängen, die in so kurzer Zeit schwer abzusetzen sind. Die Juden haben während des arabischen Streiks ihre Produktion stark ausgedehnt und die Anbaufläche auf 9000 Dunam vergrößert, das heißt dreimal so viel als 5696. Die Ernte von Kartoffeln wuchs aufs Vierfache und dürfte heuer 6000 Tonnen betragen. Die Aufnahmsfähigkeit des Marktes für einheimische Produkte nimmt aber nicht in diesem Maße zu. Schon Anfang Mai sank der Preis für Gurken so stark, daß es nicht lohnte, sie zu pflücken. Ebenso fielen die Preise für Erdbeeren, Tomaten und anderem — durchwegs wegen der ausländischen Konkurrenz. Im Jahre" 5696 deckten die Juden 30% des Bedarfes, 70% wurden eingeführt. Ägypten und Syrien sind die Konkurrenzländer, die außerordentlich billig liefern, letzteres Land sogar zollfrei. (Siehe darüber den Artikel von D. Horowitz über die Gemüseproduktion in Nr. 5, dieses Blattes.) Übrigens ist auch der bestehende Zollschutz ungenügend. Die jüdische Gemüseproduktion wird zu 82% in Tel Aviv und Hadar Hacarmel (Haifa) verkauft. In diesen Städten wohnt aber nur die Hälfte der jüdischen Bevölkerung des Landes. Es fehlt also an einer richtigen Absatzorganisation. Mitte April fand in Haifa die Jahresversammlung der Gemüsezüchter Palästinas statt. Es wurden unter anderem die Wünsche des Verbandes der Regierung übermittelt. Sie betreffen Zoll- und Ausfuhrfragen, Organisation der Märkte usw. Die Vereinigung beauftragte ihre Leitung zur Ausarbeitung eines Landesproduktionsplanes. Die Entwicklung des Weinbaues. Die Ernte der in einigen Siedlungen des Emek Jesreel und Emek Hajarden angebauten Tafeltrauben ist von 1933 bis 1936 von 30.667 auf 62.057 Kisten zu 18 kg gestiegen. Der Ertrag pro Dunam stieg bei bewässerten Weingärten von 27 auf 42 Kisten, bei unbewässerten von 12 auf 30 Kisten. Niederschläge und Rodungen, Sortenwechsel und Neupflanzungen ändern die Qualität der angebotenen Trauben ständig. Vorschlag für Bau eines Kanals. Dr. S. Werber schlägt in der »Ostjüdischen Zeitung«, Czernowitz, vor, einen Kanal vom Hasbeni zum Kurdani (Jordan-Kischon) zu bauen. Er sollte 2 km jenseits der Nordgrenze Palästinas beginnen und eine Länge von 208 km haben. Seine Leistung wäre mindestens 10 km3 Wasser per Sekunde, was zur Bewässerung von 400.000 Dunam ausreichen würde. Die Kosten wären 2 bis 3 Millionen Pfund. Mit Hilfe von Stauanlagen könnte die Kapazität aufs Doppelte gesteigert werden. Siedlung. Die neuen Kolonien. Nachstehend bringen wir eine Kartenskizze, um die Lage der neuen Kolonien Ein Hakoreh, Massada, Kibbuz Hassadeh und Tel Amal (siehe »Palästina« Nr. 5, Seite 266) zu veranschaulichen.