Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Ablehnung der Zertifikate [Nachricht]
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 317 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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in der von der Jewish Agency geforderten Höhe gewährt wurden. Dies ist das erste Mal, daß die Exekutive eine Schedule ablehnt. Dazu veröffentlicht die Jewish Agency folgende Erklärung: »Die Exekutive der Jewish Agency erachtet es für notwendig, ihre Stellungnahme zum Beschluß des Hochkommissärs, die Arbeitereinwanderungs-Schedule für den Zeitraum L April bis 31. Juli 1937 mit 620 anzusetzen, bekanntzugeben. Die Exekutive sieht sich genötigt, aufs energischeste gegen diesen Beschluß zu protestieren, der die jüdische Arbeitereinwanderung durch drastische Kürzung auf ein geringfügiges Maß reduziert, welches sowohl zu den Auswanderungsbedürfnissen der Diaspora, als auch zu den Bedürfnissen Palästinas nach Arbeitskräften in krassem Widerspruch steht. Die Jewish Agency hatte um 11.250 Zertifikate für den Zeitraum von sechs Monaten angesucht — eine Ziffer, die auf genauen Schätzungen beruht, bei deren Aufstellung ein Vertreter der Regierung sich beteiligte. Die Regierung hat der Jewish Agency mitgeteilt, daß die Festsetzung der Schedule ausschließlich unter Berücksichtigung der ökonomischen Momente auf Grundlage des Prinzips der Aufnahmefähigkeit erfolge; die Jewish Agency muß jedoch in der von der Regierung angewandten Methode eine vollständige Negierung dieses Prinzips erblicken. Die Unterteilung der Schedule streicht die Ungerechtigkeit noch weiter heraus. Die Jewish Agency hatte unter anderem um 700 Zertifikate für Einwanderer angesucht, die mit Hilfe der vom Central British Council for German Jewry aufgebrachten Mittel in bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen und Hachscharah-Zentren absorbiert werden sollten; diese Zertifikate wurden außerhalb der für allgemeine Arbeitszwecke benötigten Schedule angefordert. Für diesen Zweck sind in der vorliegenden Schedule 400 Zertifikate bestimmt worden, so daß nur 220 für die Befriedigung der Bedürfnisse des allgemeinen Arbeitsmarktes, das heißt für Landwirtschaft, Industrie, Baugewerbe, Transport, öffentliche Arbeiten und andere öffentliche Dienste, zur Verfügung stehen. Auf diese Weise wird das ganze System der Arbeiter-Schedule zu einer Farce. Die Jewish Agency sieht sich zu ihrem Bedauern außerstande, eine Schedule von 220 Zertifikaten anzunehmen, da sie nicht in der Lage ist, winzige Bruchteile unter sämtlichen Arbeitszweigen in Palästina und den über 40 zählenden Auswanderungs- J ändern der Diaspora zu verteilen. Die Jewish Agency wird die Reduzierung der Einwanderung auf ein solches Maß mit größter Entschlossenheit bekämpfen. Die Jewish Agency ist überzeugt, daß das üdische Volk in der ganzen Welt sie in ihrer Stellungnahme unterstützen und sich in :ier jetzigen schicksalsschweren Stunde mit aller Entschlossenheit den harten Beschränkungen widersetzen wird, die in der jetzt festgesetzten Schedule zum Ausdruck gelangen.« Die Wirtschaftspolitik der Exekutive* Im Hinblick auf die immer wieder erhobenen Forderungen nach einer planmäßigen Wirtschaftspolitik der Exekutive der Jewish Agency (siehe auch den Artikel von Dr. Wurzel über dieses Thema in vorliegendem Heft dieser Zeitschrift) ist ein Referat von Interesse, das vor kurzem Dr. Rottenstreich gehalten hat. Er führte ungefähr aus: Als Leiter des Ressorts für Handel und Industrie in der Sochnuth Jehudith (Jewish Agency) will ich offen bekennen, daß die Bilanz der Privatwirtschaft Palästinas" im abgelaufenen Jahre mindergut abschloß. Die Sochnuth, welche sich verpflichtet fühlt, vo immer nötig — gleich einer Regierung einzugreifen, war es schon gelungen, den Schock des Abessinienkrieges und des damit verbundenen Konfliktes England—Italien