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Palästina · 1937-06-01 · Heft 6 (Juni 1937) · p. Seite 315

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 6 (Juni 1937)
Article
Dschebel Drus [Nachricht]
Date
1937-06-01
Page
Seite 315 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Dschebel Drus. Ganz ähnlich ist die Lage im Drusenbezirk. Der neuernannte Gouverneur (ein Moslem), mußte sich zurückziehen. Die Drusen verlangten die Einsetzung eines Mitgliedes der el Atrasch Familie, was ihnen nach langen Verhandlungen zugesagt wurde, da es in dieser Familie, wie auch in der Bevölkerung selbst, manche Anhänger der syrischen Zentralregierung gibt. Alexandrette. Der definitive Status des Sandschaks ist in der Ratssitzung des Völkerbundes von Ende Mai festgesetzt worden. Der Inhalt des französisch-türkischen Vertrages ist noch nicht veröffentlicht worden, doch nimmt man an, daß dieser ungefähr dem Entwurf (denr wir in »Palästina« Nr. 2, Seite 89 ff. mitteilten) entsprechen wird. Die Differenzen, die inzwischen beigelegt wurden, betrafen den Gebrauch des Arabischen als zweiten Amtssprache im Sandschak, und die Forderung der Türkei, diesem noch einige Grenzgebiete zuzuschlagen. Wie verlautet, hat die Türkei hierauf verzichtet, wogegen sie Garantien über den Gebrauch der türkischen Sprache in den betreffenden Gebieten erhielt. Inzwischen ist die türkisch-syrische Spannung gewachsen. Die Türken entfesselten im Sandschak eine starke Agitation. In mehreren syrischen Städten wurden turkophile Agitatoren verhaftet. Andererseits beklagt sich die Türkei über den Einfall syrischer Banden in ihr Gebiet. Es kam zu schweren Zusammenstößen in der Stadt Alexandrette, die die Türkei veranlaßten, zwei Regimenter zu mobilisieren, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Am 3. Juni wurde in Syrien, zum Proteste gegen die Entscheidung im Falle Alexandrette, ein allgemeiner Streik proklamiert. Die Araber des Sandschaks sind in Streik getreten. Die Rede Mussolinis* Die syrische Öffentlichkeit nimmt übereinstimmend dieselbe Haltung gegenüber der Rede Mussolinis in Lybien ein, wie sie in den anderen arabischen Ländern zutage getreten ist. Bekanntlich hat der Rektor der el Azhar Universität in Kairo erklärt, daß die muselmanische Welt die freundschaftliche Haltung des Duce ihr gegenüber gerne quittiere, daß aber ein Nichtmuselman nicht Schutzherr des slam sein könne. Auch der Mufti von Mossul hat kürzlich dasselbe erklärt und sich dabei auf Koransprüche (IV, 62 und VIII, 62) gestützt. Ähnlich schreiben die syrischen 31ätter. Das Budget» (Syrisches Pfund 20 Goldfrancs.) Der Voranschlag für 1937 bilanziert zwar mit rund 8,4 Millionen syrische Pfund, doch bestehen noch Schulden für das Defizit früherer Jahre im Betrage von rund 1,6 Millionen Pfund. Für Gendarmerie, vlilizgarde und Polizei sind rund 2 Millionen syrische Pfund veranschlagt, für Untericht 1,2 Millionen und für Landwirtschaft bloß 0,1 Millionen. Die Ölkonzessionen. Um diese bewerben sich die irakische und die iranische Öli ompagnie. Die Entscheidungen über die Vergebung ist noch nicht gefallen, da die Regierung ihre Forderungen weit über die Anbote steigert. Freundschaftsvertrag mit Irak* Ein solcher wurde am 23. April unterzeichnet. Irak* Politische Nachrichten. Die Lage hat sich noch nicht stabilisiert. Daß die gegenwärtige Regierung noch große Gegnerschaft findet, zeigt die Flucht des Präsidenten des Senates, Mawlud Mukhlis Pascha, nach Syrien, dem auch andere Senatoren folgen, und die Ermordung von Rida el Askari, des Bruders des ermordeten Generals Dschaffar Pascha el Askari.

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