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Palästina · 1937-06-01 · Heft 6 (Juni 1937) · p. Seite 314

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 6 (Juni 1937)
Article
Entschädigung für die bei den Unruhen Getöteten [Nachricht]
Date
1937-06-01
Page
Seite 314 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Entschädigung für die bei den Unruhen Getöteten» Die Regierung hat 30.000 £P als Entschädigung für ungefähr 100 jüdische und 50 arabische Familien bestimmt, deren Ernährer bei den Unruhen getötet wurden. Auf jede Familie dürften etwa 250 £P entfallen. Die Hinterbliebenen der bei Überfällen auf Militär und Polizei getöteten Araber werden nicht beteilt. Jüdische Polizeischüler» In die Polizeischule in Jerusalem wurden 26 junge Juden aufgenommen, die nach Abschluß ihrer Ausbildung in der Grenzpolizei Dienst tun werden. Libanon« Neues Ministerium. Das nach den Wahlen zum Parlament gebildete Ministerium mußte zurücktreten, da es nur über eine Stimme Mehrheit verfügte. Es wurde eine Koalitionsregierung unter Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten Khair ed Din el Adhib gebildet. Die Tripoli-Frage. Die Beziehungen zu Syrien sind durch dessen Forderung nach Rückgabe von Tripoli getrübt. Syrien besitzt, nachdem Alexandrette durch den türkisch-französischen Vertrag ausgeschieden wurde, keinen guten Hafen mehr. (Siehe dazu »Palästina« Nr. 2, Seite 91.) Über hundert arabische Agitatoren, darunter der bekannte Führer der faschistischen Eisenhemden und Antizionist, Anton Saadah, wurden verhaftet und zum Teile zu schweren Strafen verurteilt. Eine Abordnung von Moslems aus Tripoli hat in Paris gegen den. definitiven Anschluß dieser Hafenstadt an den Libanon protestiert. Der Ministerpräsident Blum erklärte der Abordnung, Frankreich müsse die Verträge mit Syrien und Libanon einhalten. Dies bedeutet eine Absage an die Delegation. ZionistenfreundÜche Äußerungen maronitischer Geistlicher* Der maronitische Patriarch, A. Aridah, besuchte am 19. April die Synagoge in Beirut. In seiner Ansprache verurteilte der Patriarch die Judenverfolgungen und sprach sich in juden- und zionisten freundlichem Sinne aus. Auch der maronitische Erzbischof von Beirut, Ignaz Mubarrek, der 1933 gegen eine solche Haltung des Patriarchen Einwände erhoben hatte, sprach sich (wie in »Palästina« Nr. 5, Seite 256, berichtet) in besonders lobendem Ton über die Leistungen der Zionisten in Palästina aus. Naturgemäß kritisierten die arabischen Parteien (unter Führung von Saadah) unc die Zeitungen Syriens diese Äußerungen aufs schärfste. Der Patriarch gab daraufhir bekannt, daß er nur der Zusage des Oberkommissärs beipflichten wollte, der die Zu lassung von solchen jüdischen Einwanderern zu gestatten versprach, die zirka 1000 f Kapital mitbringen. Der Patriarch hat sich Anfangs Mai nach Europa begeben. Syrien* Zwischenfälle« Mehrere Angriffe der jugendlichen »Eisenhemden« auf das französische Militär in Aleppo und Latakieh, wobei es viele Verletzte gab, veranlaßtes Demonstrationen des französischen Militärs, Entschuldigungen der Regierung und zahlreichen Verurteilungen. Die Alauiten. Der von den Alauiten, die sich nicht als Moslems betrachtet wissei: wollen (dennoch als solche in der offiziellen Statistik geführt werden), bewohnte Bezirk Latakieh, besitzt eine gewisse Autonomie. Die neue syrische Regierung hatte einer Moslem als Gouverneur eingesetzt, wogegen die Bevölkerung protestierte. Neue Verhandlungen über das Maß der Autonomie mußten eingeleitet und die Parlamentswahlen für diesen Bezirk verschoben werden. Die inzwischen erfolgten Zusagen der syrischen Regierung sind sehr weitgehend, so daß es zweifelhaft ist, ob sie, auch im Falle guten Willens, sich als durchführbar erweisen werden.

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