Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- None (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄ STINA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XX. Jahrg. Juni 1937 Nr. 6 Bemerkungen über die Notwendigkeit einer rationellen Krisenpolitik Von Dr. B. T. Wurzel, Haifa. Die Ausdrücke nationales Kapital, öffentliches Kapital u. dgL werden im Folgenden nicht nur zur Bezeichnung der nationalen Fonds (insbesondere des KK und des KH) verwendet, sondern beziehen sich auch im allgemeinen auf das Kapital, das sich hauptsächlich durch nationalwirtschaftliche . Gesichtspunkte lenken läßt, auch wenn es in Unternehmen steckt, die auf mäßigen Gewinn berechnet sind (z. B. die Palestine Economic Corporation). In letzter Zeit wurde manchmal mit einer gewissen Befriedigung festgestellt, daß ier Einfluß des nationalen jüdischen Kapitals auf das palästinensische Wirtschaftseben gestiegen sei. Dies geschieht jedoch unter Umständen, die keine rechte Freude iarüber aufkommen lassen, daß endlich auch das nationale Interesse zu Worte kommen "ann. In der Zeit des Aufschwungs war das nationale Kapital im Vergleich zum privaten so gering, daß von einer Beeinflussung des Wirtschaftsprozesses durch dasselbe schwer die Rede sein konnte. Der erwünschte Weg, den Einfluß des nationalen Kapitals zu erhöhen, wäre eine entsprechende Vergrößerung der Fonds gewesen. Leider ist dieses Mißverhältnis von der anderen Seite her ausgeglichen worden, denn infolge der Verkleinerung der privaten nvestitionen wird in der nächsten Zeit das nationale Kapital wieder die Leitung des Aufbauwerkes übernehmen. Hier soll untersucht werden, wo der Einsatz des öffentlichen Kapitals zu erfolgen -iat und wo nicht, um trotz der geringen zur Verfügung stehenden Mittel einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise zu finden1. Die gegenwärtige Lage. Seit dem Ausbruch der Unruhen im April 1936 befindet sich die palästinensische Virtschaft in einem krampfähnlichen Zustand. Es ist als ob sie unbeweglich geworden väre. Man prolongiert, flickt und wartet. Zuerst hat man auf die Beruhigung gewartet, ctzt wartet man auf die Klärung der politischen Lage. Dabei hofft man oder hat bis or kurzem gehofft, daß mit der Beruhigung auch »normale« wirtschaftliche Zustände -urückkehren werden. Wobei als »normal« ein Zustand empfunden wird, in dem die 'rühere Preis- und Lohnstruktur aufrecht erhalten werden könnte. 1 Vgl. die grundlegenden Kongreßreferate zu diesem Thema: »Die Aufgaben des nationalen Kapitals.« Arlosoroff (XVII. Kongreß) und Böhm (XIX. Kongreß). Trotz -er veränderten Umstände behalten die dort festgesetzten Prinzipien^ ihre Geltung.