Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1937)
- Article
- [Rezension] / m. f.
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 275 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Quelle schon längst zugeschüttet worden, und zwar nicht durch bloße Behauptungen, sondern durch Tatsachen- Mit diesen stehen auch andere von Canaans Angaben in Widerspruch. Er sagt z. B. (Seite 60), daß die industrielle Produktion sich trotz der jüdischen Masseneinwanderung nicht entwickeln konnte! Wenn er weiters jüdische Autoren zitiert, welche die Ungesundheit der Handelsbilanz u. dgl. kritisieren, so rennt er offene Türen ein. Gerade diese Kritik zeigt doch, daß die Juden unablässig bemüht sind, Gefahrenmomente in der Wirtschaftsentwicklung aufzuweisen, um ihnen abzuhelfen. Ein Kapitel handelt vom jüdischen »Boykott« arabischer Arbeiter. Es berührt heute, nach Streik und fortgesetztem Boykott der Araber gegen die Juden sonderbar, daß solche Argumente verwendet werden. Dr. Canaan möge uns sagen, ob die Araber die jüdische Arbeit boykottieren oder nicht. Er weist ferner die Behauptung zurück, daß die jüdische Einwanderung auch für die Araber Gutes bewirkt habe. Doch seine Argumente sind schwach. In dieser Zeitschrift braucht wohl nicht erst der Beweis dafür gebracht werden, daß jene Behauptung richtig ist, da sie zahlreiche Nachweise darüber veröffentlicht hat. Wenn Dr. Canaan eine Äußerung zitiert, daß die Juden im Emek 6000 Araber vertrieben haben, so sollte er nach den ihm sicher bekannten Nachforschungen der Regierung darüber, doch wissen, daß das nur ums Zehnfache übertrieben ist. Von Interesse ist auch, daß er den Bevölkerungsrückgang in einigen rein arabischen Städten erwähnt, ohne des ungeheuren Aufschwunges jener zu gedenken, die in der Nähe jüdischer Zentren liegen (wie Jaffa) oder gemischte Städte sind (Jerusalem, Haifa). Das ist eine tendenziöse Art der Darstellung, die übrigens, genauer besehen, das Gegenteil von dem beweist, was der Autor beweisen will. Bezüglich der Unruhen betont Dr. Canaan, daß unter den Arabern volle Einigkeit herrscht, der Streik eine legale Waffe sei und die Araber durch die 18 Jahre lang geübte Ungerechtigkeit zu Gewaltmaßnahmen »getrieben« wurden. Die Terroristen seien keine Räuber, weil sie nicht töten, um zu rauben. Die Polizei, welche die Terrorakte provoziert habe, sei zu tadefo. Es ist beklagenswert, daß ein gemäßigter Mann wie Dr. Canaan, der Christ und Arzt ist, in solcher Weise von den fürchterlichen Terrorakten spricht, die während der Unruhen verübt wurden. Dies läßt nicht hoffen, daß die arabische Leitung den Kampf humaner führen wird, als bisher. Die Juden werden sich zu wehren wissen, aber die Beurteilung einer solchen Haltung gegenüber frevelhaften Terrorakten können sie ruhig dem Urteil der gesitteten Welt überlassen, also in der Hauptsache den Glaubensgenossen von Dr. Canaan. m. f. Pan^Arabische Bewegung En Islam. Von Dr. W. J. A. Kerukamp. Bj N. V. Noord- Hollandsche Uitgeversmaatschapij, Amsterdam 1936, 31 Seiten. — Diese Broschüre gibt eine vom Verfasser gehaltene Rede wieder, in der er über Vorgeschichte und Aussichten des Pan-Arabismius kurz, aber mit genauester Kenntnis der Tatsachen referierte. Er meint, daß die pan-arabische Bewegung gegenwärtig ohne Inhalt sei. Die Freundischaftsverträge zwischen den arabischen Staaten enthalten nichts Positives und sind nur wegen der Bereinigung' früher bestandener Differenzen von Wert. Es handelt sich bei den Arabern um die Gemeinsamkeit von Rasse und Religion, jedoch sei kein ökonomisches Band zwischen ihnen vorhanden. Die Produkte der einzelnen arabischen Staaten seien dieselben und konkurrieren miteinander. Was die Religion betrifft, so sei der historische Islam im Verschwinden. Dies sei wichtig, denn erst, wenn in der islamischen Welt Gewissensfreiheit gegeben werden wird, so daß eine Kooperation von moslemischen und christlichen Arabern möglich werde, könne der Pan-Arabismus — im steten Anschluß an die westliche Gedankenwelt — reüssieren und sehr wohü^ tätig wirken.