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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 274

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
[Rezension] / m. f.
Date
1937-05-01
Page
Seite 274 (sequence 1)
Language
German
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The Palestine Mandate» Von W. F. Boustany, American Press, Beirut 1936, 168 Seiten. — Der Rechtsanwalt Boustany, bekannt durch seine erfolgreiche Vertretung der arabischen Ansprüche auf das Beisan-Gebiet (1921) gibt mit diesem Buche, das er während der Unruhen 1936 geschrieben und der Regierung überreicht hat, den arabischen Aspekt der Palästina-Frage wieder, klarer und konziser, als in den Aussagen der arabischen Führer vor der Königlichen Kommission. Ihr Ausgangspunkt, der Briefwechsel Husseins mit Mac Mahon (1915) und die Behauptung, das Mandat stehe mit Artikel 22 der Völkerbundsatzung im Widerspruch, sind schon so oft einer kritischen Prüfung unterworfen worden, daß darüber nichts gesagt werden muß. Wenn der Autor auch noch einen Widerspruch des Palästina-Mandats mit dem Friedensvertrag von Sevres konstruiert, so sind das juristische Haarspaltereien, die gegenüber der Tatsache, daß es sich bei dem Mandat um ein politisches Instrument handelt, ohne Belang erscheinen. Geht man von dieser einzig richtigen Auffassung aus, an die vorliegende Dokumentierung des arabisches Standpunktes, so findet man, daß neben rein juristischen Auslegungen von Artikeln, zionistischen Parteiprogrammen (wobei Jabotinsky stets als deren Interpret zitiert wird) usw. sehr wenig Positives gesagt wird. Die Motive der arabischen Unruhen waren nach Boustany immer Enttäuschung und Furcht. Der Simpson-Bericht, der heute durch die Tatsachen in allen Teilen widerlegt erscheint, wird zur Grundlage der Beschwerden gemacht, die Jewish Agency als nicht »angemessen« (appropriate) im Sinne von Artikel 2 des Mandats bezeichnet u. a. m. Natürlich wird auch das Weißbuch von 1930 ausführlich wiedergegeben, aber mit keinem Worte der Brief von Macdbnakl an Weizmann erwähnt, der das Weißbuch praktisch annullierte. Das Buch, dessen Aufbau und Anordnung völlig undurchsichtig sind, schließt nicht, wie man erwartet hatte, mit einer Zusammenfassung des arabischen Standpunktes mit Forderungen und Vorschlägen, sondern nur mit dem Wunsche, daß das unbrauchbar gewordene Mandat durch ein neues internationales ersetzt werde. Es ist hier also keine Rede von der Forderung eines unabhängigen arabischen Palästinas o. dgl. Das Buch enthält nichts Neues. Sowohl der Brief Mac Mahons, wie die famose Depesche des Militärgouverneurs Bolls, das Oberkommando möge die Zionist Commission abschaffen (1920), sind schon in anderen Werken veröffentlicht worden. So enttäusch! dieses Buch den, der erwartet hatte, darin endlich eine klare Begründung und Darstellung der Forderungen der Araber zu finden, was das Gewicht ihrer Ansprüche, die rein machtpolitische sind, natürlich nicht vermindert. m. f. Conflict in the Land of Peace. Von Dr. T. C a n a a n, Jerusalem 1936, IIS Seiten. — Der Autor, bekannt durch seine frühere Schrift »The Palestine Arab Case«, leg: in diesem Buche den arabischen Standpunkt dar. Anders, als in dem unübersichtlicher, und extrem gehaltenen Buch von Boustany, wird hier in ruhiger und klarer Weise argumentiert. Der Autor kennt alle Quellen, die sich mit dem Gegenstand befassen, auch jene der zionistischen Autoren sehr genau und zitiert sie sehr häufig. Trotz dieser wohltuena wirkenden Gewissenhaftigkeit, gelingt es dem Autor nicht, den rein machtpolitischen Anspruch der Araber auch ökonomisch-sozial zu rechtfertigen. Es sind' die alten längst widerlegten Argumente, die er vorbringt: Die Juden besäßen ein Fünftel des fruchtbaren Bodens des Landes, er sagt aber nicht, wie dieser vor der jüdischen Besitzergreifung ausgesehen hat — er war Sumpf und Sand. "Wenn Dr. Canaan daran die Frage knüpft: Sind die Araber zu tadeln, wenn sie die Einstellung der Bodenkäufe verlangen, so wird das niemandem einleuchten. Die Juden sind heute 30% der Bevölkerung und besitzen keine 10% des Bodens von Palästina. Wenn Dr. Canaan. wie Boustany, sich in der Hauptsache auf die Behauptungen Simpsons stützt, so ist diese

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