Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1937)
- Article
- [Rezension] / m. f.
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 273 (sequence 2)
- Language
- German
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dient nicht den wahren Interessen der Araber, die auch dadurch verletzt werden, wenn «ich andere arabische Staaten in Palästina einmischen dürfen. Es wäre sinnlos, von den Juden zu erwarten, daß sie Palästina entwickeln würden, venn dieses bloß ein Teil eines arabischen Staates sein sollte. England muß eine | konstruktive Politik zur Entwicklung des Landes betreiben. Es dürften deshalb keine Einwanderungsbeschränkungen bestehen bleiben. Ein Rat aus Juden und Arabern sollte als Regierungsamt funktionieren und die Maßnahmen in bezug auf die gemeinsamen Interessen beschließen. m. f. Palestine at the Crossroad. Von Ernest Main, Verlag George Allen & Unwin Lid., London 1937, 309 Seiten. — Der Autor, dessen vorzügliches Werk über Iraq vir bei Erscheinen ausführlich besprochen haben (siehe »Palästina« Jahrgang 1935, i Seite 391) und der in der letzten Zeit Korrespondent des »Daily Telegraph« in Jeru- | saiem gewesen ist, gibt in diesem Buche eine Analyse der politischen Palästina-Frage.; Mr. Main, der weit mehr als ein Jahrzehnt in der arabischen Welt lebt und sie aufs | genaueste kennt, zeigt sich auch in diesem neuen Buch als ein völlig unabhängig! denkender Beurteiler, der die Dinge nicht mit sentimentaler Voreingenommenheit, | sondern so sieht, wie sie sind. Er kommt dadurch zu einem wohlbegründeten prozionistischen Standpunkt. Er sieht das britische Interesse eng verknüpft mit dem üdischen Aufbauwerk. Durch den neuen englisch-ägyptischen Vertrag ist England in der Verteidigung seiner Interessen im östlichen Mittelmeer auf den guten Willen Ägyptens mgewiesen. Seine Streitkräfte am Suez-Kanal müssen auf 10.000 Mann und 400 Pioten reduziert werden. Daraus folgt, daß die britische Verteidigung der Kanalzone -ich in Zukunft auf Palastina, nicht auf Ägypten stützen muß. Dabei könne England ::icht auf die Araber rechnen, in deren Staaten eine entschlossene nationalistische Minderheit zu Italien und Deutschland neigt, da diese keine besonderen Interessen im .Mittleren Osten haben. Wenn England den arabischen Staaten (z. B. Irak) hilft, ihre militärische Organisation zu entwickeln, so stärkt es Kräfte, die sich schließlich gegen Großbritannien selbst wenden werden. Dagegen haben die Juden im Gegensatz zu den Arabern, denen kein Talent zu organisierten gesellschaftlichen Werken eignet, | cas Land im Maße der steigenden Einwanderung entwickelt. Das zionistische Palästina; ist fortschrittlich, modern, lebenskräftig, indes ein arabisches Palästina nichts wäre als | eine arme Provinz von Syrien. England braucht ein europäisches Palästina; ein solches | mit jüdischer Mehrheit wäre eine Hilfe für die britische Politik. Mr. Main spricht sich I gegen die Kantonisierung aus. Palästina sollte ehest zu einer Kronkolonie gemacht werden. Mr. Main gibt sodann eine Darstellung der politischen und ökonomischen Entwickung des Mandatsstaates, insbesondere der Aufbautätigkeit der Juden sowie der antizionistischen Akte der Araber. Die arabische Bewegung habe keinerlei Programm einer sozialen, ökonomischen oder demokratischen Reform, sie legt keinen Nachdruck auf die Verbesserung des Loses der großen Masse der Bevölkerung. Um das Land zu entwickeln, fehlt den Arabern nicht Geld, sondern es mangeln ihnen Energie und treibende Kräfte. Im Anhang wird unter anderem die Aussage des Mufti vor der Königlichen Kommission wiedergegeben. Es geht daraus hervor, daß deren Mitglieder falschen Behauptungen, — wie z. B., die Juden hätten 1919 erst 100.000 Dunam Land besessen, die Araber unter den Türken mehr Freiheit gehabt, als heute, die Steuern wären geringer gewesen u. dgl. — entgegengetreten sind und den Mufti in die Enge getrieben hatten, so daß er sich zurückziehen mußte und Nachweise einzubringen versprach. Das Buch Mr. Mains, dessen Sachkenntnis in Fragen der arabischen Politik allgemein anerkannt ist, stellt eine wichtige Unterstützung für die zionistische Politik dar. m. f.