Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 223 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wohl ein Jude ist, bringt zahlreiches und wertvolles Material für die jüdische Frage in Deutschland. Die gewaltigen Leistungen der Juden innerhalb der deutschen Kultur werden mit großer Sachkenntnis dargestellt- Originell ist der Gedanke, daß die Juden eine Herrenrasse sind, die grundsätzlich solche Herrenposten besetzt, die vom Wirtsvolk verschmäht werden. Das Buch kommt zu der pessimistischen Schlußfolgerung, daß die Vernichtung des deutschen Judentums sich endgültig und unwiderruflich vollzieht. An den inner]üdischen Problemen sieht es vollkommen vorbei und wird daher weder dem nationalen Judentum noch dem zionistischen Aufbauwerk voll gerecht. Es ist trotz seiner wissenschaftlichen Grundeinstellung ein Bekenntnisbuch, wie so viele andere in dieser Zeit, das Buch eines verschmähten Liebhabers, der unter seiner unglücklichen Liebe leidet. Dr. K. Löst der Kommunismus die Judenfrage? Von Prof. Salomon Goldelman, Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien 1937, 296 Seiten. — Vorliegendes Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen, die der bekannte Soziologe und Kenner der ostjüdischen Verhältnisse in den letzten Jahren über die Juden in Sowjetrußland veröffentlicht hat. Er zeigt, wie diese durch Jahre als Angehörige »ausbeuterischer Klassen« — sie waren bekanntlich zumeist Kleinhändler und Handwerker elendsten Lebensstandards — zum größten Teil deklassiert, das heißt dem Hungertod preisgegeben wurden, wie später im Zuge der Industrialisierung ein Mangel an intelligenten Kräften eintrat und dadurch eine Besserung zu verzeichnen war. Infolgedessen stockte auch die begonnene Krim- Kolonisation, die übrigens ein Mißerfolg war. Sehr ausführlich behandelt Goldelman die Kolonisation von Biro Bidschan, wo eine jüdische Republik erstehen sollte. Er deckt das vollkommene Fiasko dieser Aktion auf. Das Buch ist von besonderem Interesse durch die eingehende Schilderung der Tendenzen, die im bolschewistischen Rußland, namentlich in bezug auf die Juden herrschen, das zahlreiche Material, das kritisch und von soziologischen Gesichtspunkten aus beleuchtet wird. Nach dem Verfasser sind die Juden nicht stärker an der kommunistischen Partei beteiligt, als andere Nationen. Ihre Funktion in Rußland ist heute dieselbe, wie während der Emanzipationszeit in Deutschland: sie besetzen die intellektuellen Berufe sehr stark; dadurch ist natürlich die Assimilation in Hochblüte und die Gefahr des Antisemitismus für den allerdings noch fernen Zeitpunkt gegeben, wo die anderen Nationen die Stellen zu besetzen in der Lage sein werden, die heute von den Juden eingenommen werden. m. a. Schluß des redaktionellen Teiles. Wir bitten dringendste alle Zuschriften, die die Administration betreffen, an diese und nicht an die Redaktion zu senden. Herausgeber und verantwortl. Redakteur: Adolf Böhm, Wien XVI., Wilhelminenstraße 28. — Eigentum: Herzl-Klub, Wien I., Elisabethstraße 1. — Verlag u. Administration: Fiba'Verlag, Wien VI., Gumpendorf erstraße 10. — Druck: C. Schneid, Wien VIII., Lerchenfelderstraße 146, Telephone B-43-0-35 u. B-43-0-36.