Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 222 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379953-2379958--24995-2411062- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Stern der Erlösung. Von Franz Rosenzweig. 3 Bände, Schocken- Verlag, Berlin 1936, S. 120, 225, 234. — In sehr handlicher und schöner Ausgabe liegt hier das Hauptwerk Rosenzweigs vor, mit dem sich bisher nur Wenige auseinandergesetzt hatten, das aber in seiner Tiefe und Fülle, seiner Originalität — ist er doch ein selbständiger Vorläufer der Existenzialrichtung in der Philosophie — und seiner Wertung des Judentums gerade heute ein eingehendes Studium verdient. Hiob und Wir* Von W alter Proskaue r. Brandussche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1937, 59 Seiten. — Die im Buche Hiob aufgeworfenen Grundfragen der Religiosität werden in dieser Schrift tief eindringend und doch leicht faßlich mit innerster Anteilnahme erörtert. Mikaroth Gdoloth: Chamscha Chumschei Thora. (Die fünf Bücher der Thora, mit den klassischen Kommentaren, Targumim usw.) Herausgegeben von Sch. S. Netter (Neudruck), Schocken-Verlag, Berlin 5697, 1632 Seiten. — Die Neuedition der Netterschen Ausgabe der Thora mit Kommentaren und Targumen ist ein dankenswertes Unternehmen des Schocken-Verlages. Das vorliegende Buch in Dünndruck (es wurde gleichzeitig eine Ausgabe in Originalgröße angefertigt) stellt auch technisch eine besondere Leistung dar. Zur Problematik des Religionsunterrichtes* Von Dr. Benedikt Kurzweil, Brünn 1936, 35 Seiten. — Der Verfasser sieht den Hauptgrund für die Problematik des Religionsunterrichtes darin, daß die Herrschaft des Gesetzes zerstört wurde, ohne etwas anderes Einigendes an ihre Stelle zu setzen. Der Liberalismus verlegte den Schwerpunkt des Lebenssinnes von Gott weg in das eigene Ich. Der Zionismus will Religion als Volkskunde unterrichten, nicht in ihrer spezifischen Vollbedeutung. Auch das orthodoxe Judentum hat, mit wenigen Ausnahmen nichts für eine zeitgemäße Deutung des konservativen Judentums getan und daher dem Absterben geistiger Welten bei den modernen Juden nichts entgegensetzen können. Es ist nicht imstande, die biblischen Gestalten in künstlerischer Verlebendigung, die ethische Forderung in künstlerischer Formung zu geben. Der Religionslehrer von heute müßte trotz des Vorhandenseins nicht zu leugnender Hemmungen den Kindern aus der Thora und der jüdischen Geschichte Lebenstotalität lehren, um dem jüdischen Kind eine geistige Heimat zu bieten. — Wie die wenigen Sätze zeigen, ist die Schrift von einem hohen Standpunkt aus vorurteilslos geschrieben, sie wirkt durch die Klarheit und Überzeugungskraft des Autors sehr eindringlich. Die Juden Osteuropas in den Minderheitsverträgen. Von Dr. Kurt Stillschweig, Verlag Joseph Jastrow, Verlagsbuchhandlung, Berlin 1936, 207 Seiten. — Außer dem vorzüglichen Büchlein von Dr. Georg Landauer: »Das geltende jüdische Minderheitsrecht«, das 1924 erschienen war, gab es bisher keine eingehende Darstellung dieser Materie. Das vorliegende Buch ist eine außerordentlich gründliche Arbeit, die alle für die behandelte Frage in Betracht kommenden Gesichtspunkte sehr eingehend untersucht. In der Schlußbewertung sagt der Autor sehr richtig, daß die Minderheitsschutzverträge ihren Zweck nicht erreicht haben; trotzdem wäre es verfehlt, von einer völkerrechtlichen Sicherung der Minderheiten abzusehen, deren Schicksal noch trüber wäre, wenn nicht die Möglichkeit bestünde, diese Fragen zur internationalen Verhandlung zu bringen. Leider stoßen alle Reformvorschläge zwecks verstärktem Rechtsschutz der Minoritäten auf den Widerstand der Staaten. Ohne Änderung des Geistes bei den Völkern und Staaten sei für den Minderheitsschutz nichts zu hoffen. m. a. »Deutsche und Juden.« Von Anton van Miller. Soziologische Verlagsanstalt, 1936, 362 Seiten. — Das unter einem Pseudonym veröffentlichte Buch, dessen Autor