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Palästina · 1937-04-01 · Heft 4 (April 1937) · p. Seite 207

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 4 (April 1937)
Article
Verstärkung der Polizei und Hilfspolizei [Nachricht]
Date
1937-04-01
Page
Seite 207 (sequence 1)
Language
German
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Verstärkung der Polizei und Hilfspolizei. Am 22. März wurde eine motorisierte Abteilung von 200 Engländern, Juden und Araber zu besonderer Verwendung im Grenzdienst Im Norden aufgestellt, das von englischen Offizieren befehligt wird. In dieser Abteilung werden 90 Juden dienen. In Galiläa wurden 708 jüdische Hilfspolizisten, die beurlaubt waren, wieder bewaffnet und in Dienst gestellt. Zur Verstärkung der Polizei sind 61 Engländer eingetroffen. Auffallende Gerichtsentscheidung* In einem Prozeß gegen einen Araber, der sich gegen die mohammedanischen Religionsgesetze vergangen hatte, entschied das Berufungsgericht, daß die palästinensischen Gerichtshöfe lediglich durch die Regierungsverordnungen und die am 1. November 1914 geltenden türkischen Gesetze gebunden seien, nicht aber durch die Bestimmungen des Mandates. In juristischen Kreisen ist man der Ansicht, daß auf Grund dieser Entscheidung die britische Regierung Gesetze einführen kann, die im Widerspruch zum Mandat stehen, ohne daß sie jedoch in den Gerichtshöfen angefochten werden können. Erklärungen des Kolonialsekretärs» Am 17. März erklärte der Kolonialsekretär im Unterhaus auf mehrere Anfragen unter anderem, daß die Regierung mit der Durchführung einer so durchgreifenden Maßnahme wie der Verhängung des Standrechtes zögere, solange sie nicht unbedingt erforderlich sei. Das Standrecht würde einfach das Aufhören jeder zivilen Verwaltung und Regierungstätigkeit in Palästina bedeuten. Der konservative Abgeordnete Sir Arnold Wilson lenkte die Aufmerksamkeit des Ministers auf eine Erklärung des British Palestine Committee, derzufolge der Brief Ramsay MacDonalds an Dr. Weizmann einen Vertrag darstelle und fragte, ob Denkschriften oder ein Briefwechsel bestünde, welche diese Behauptung bekräftigen. Der Staatssekretär erwiderte, daß ihm kein Grund für diese Behauptung bekannt sei. Der Brief sei geschrieben worden, um gewisse Mißverständnisse bezüglich der Palästina- Politik der Regierung, die im Weißbuch von 1930 dargelegt wurde, zu beheben, und müsse als autoritative Auslegung des Weißbuches angesehen werden. Das Arabische Oberste Komitee appelliert an die Bevölkerung. Das Arabische Oberste Komitee beschloß in einer Sitzung unter Vorsitz des Mufti, einen Aufruf an die arabische Bevölkerung zu veröffentlichen, in dem diese ermahnt werden soll. Ruhe zu bewahren und den arabischen Königen zu vertrauen, die ihr weiteres aktives Interesse an der Lösung des Palästina-Problems in Aussicht gestellt haben. Arabische Abordnung nach London« Das Arabische Oberste Komitee hat am 31. März beschlossen, Dschemal Husseini und Dr. Ised Tannus zu Propagandazwecken nach London zu schicken. Transjordanienu Waffenverbot. Die Regierung hat das Tragen von Waffen in der Nähe der palästinensischen Grenze verboten. Irak* Agrarprobleme. Über dieses Thema schreibt unser Mitarbeiter Dr. A. Bonne in »Palestine and Middle East« Nr. 2. Von der Fläche Iraks, 453.500 km2, sind rund 360.000 heute noch nicht in^Kultur. Trotz der großen Wüsten und Steppenflächen wären 90.000 km2 (dreimal so viel als in Ägypten) kultivierbar. Bebaut werden zwar 78.000 km2, aber nur ein Teil davon, vielleicht 15.000 bis 20.000 km2, sind ständig unter Kultur und auch diese nur mit rückständigen Methoden. Daher ist die Dichte der Bevölkerung sehr gering, durchschnittlich 36 per Quadratkilometer der kultivierbaren und 7.3 der gesamten Fläche.

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