Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Neue Generalvollmachten für den Hochkommissär [Nachricht]
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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an Personen, die durch die Vorschriften betroffen werden, Einsetzung von Schnell- und Militärgerichten, Bestimmungen für Urteilsberufungen usw. Ein Paragraph setzt fest, daß eine Verteidigungsvorschrift und jede Verordnung, die auf Grund einer solchen Vorschrift erlassen wird, Wirksamkeit erlangt ohne Rücksicht darauf, daß sie etwa mit einem bestehenden Gesetz unvereinbar ist. Der Hochkommissär kann, wenn er es für richtig hält, die ihm zustehenden Funktionen dem Kemmandierenden General der Streitkräfte übertragen. In der Verordnung wird dann festgesetzt, daß kein Urteil mit der Begründung als ungültig erklärt werden darf, daß die Bestimmungen der auf Grund früherer Verordnungen erlassenen Vorschriften nicht mehr in Kraft gewesen seien. Die Verordnungen von 1931 und 1936 werden wohl damit außer Kraft gesetzt, aber die auf Grund der genannten Verordnungen erlassenen Vorschriften bleiben weiterhin wirksam. Die Königliche Kommission. Die Königliche Kommission hat amtlich verlautbart, daß sie in geschlossener Sitzung einvernommen hat: den früheren Hochkommissär S i r Herbert Samuel, den letzten Hochkommissär für den Irak, Sir Francis Humphrys, den früheren Staatssekretär für die Kolonien, W inston Churchill, und den früheren Unterstaatssekretär für Indien, Lord Winterton, konservativen Abgeordneten für Horsham und Worthing, der im Unterhaus wiederholt für die Araber eingetreten ist. Lord Lloyd in Palästina* Der frühere Hochkommissär für Ägypten, Lord Lloyd, ist in Begleitung einiger hoher politischer Beamter in Palästina eingetroffen und hatte Unterredungen mit Ben Gurion, dem Mufti und anderen Persönlichkeiten. Sechs Juden ermordet. Am 13. März wurden der 21jährige Chanoch Metz und der 28jährige Schlomoh Gafni, Schafhirten aus Kfar Hachoresch, im König-Georg-Wald erstochen aufgefunden. 400 Schafe wurden geraubt. Die Polizei traf erst zweieinhalb Stunden nach Verständigung in Kfar Hachoresch ein. Spuren der Mörder konnten nicht gefunden werden. Tags darauf wurden drei Siedler aus Jawniel in Obergaliläa, Gedaljah Geller, Salomon Bensasson und Jehuda Eliowitsch aus dem Hinterhalt erschossen. Am 16. März wurde der 27jährige Samuel Gottfried, in Rosch Pinah, von durchziehenden arabischen Hirten erdolcht. In Jerusalem wurden durch einen Bombenwurf 19 Juden verletzt, davon drei schwer. Unter den Verwundeten befinden sich Frauen und Kinder. Durch Bombenwürfe aus Automobilen wurden in Jerusalem in zwei arabischen Cafes sechs Araber verletzt und zwei getötet. Am 22. März wurden in der Nähe von Jaffa drei Araber durch Bombenwürfe getötet. Proteste und Forderungen der Juden. Die Exekutive der Jewish Agency hat in Jerusalem und London gleichlautende Forderungen nach grundlegenden Änderungen, der Sicherheitsverhältnisse im Norden, sofortiger Verstärkung der Polizei und der Möglichkeiten der Selbstverteidigung für die jüdische Bevölkerung, strenge Maßnahmen und wirksame Bestrafung der Mörder, Räuber und Hetzer sowie Reform der Gerichtshöfe, gestellt. Eine Abordnung der Siedler des Nordens verlangten vom Bezirkskommissär Keith-Roach die Verkündung des Standrechtes. Begnadigungen* Sechs Araber, die für während der Unruhen begangenen Morde und Mordversuche zum Tode verurteilt wurden, sind vom Hochkommissär zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Einstellungen in die Polizei. In Tel Aviv wurden 100 jüdische Hilfspolizisten definitiv in die reguläre Polizei eingereiht.