Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
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Dem sehr lesenswerten Buche sind zahlreiche besonders gelungene photographische Aufnahmen beigegeben. a. b. A Plan for Lasting Peace in Palestine. Von Neville Barbour. Jerusalem 1936, 41 Seiten. — Der Autor, ein englischer Orientalist und Historiker, der seit langem im Orient lebt, Hebräisch und Arabisch versteht, macht in dieser Broschüre Vorschläge für einen Frieden zwischen Juden und Arabern. Man merkt es dem wohlmeinenden Verfasser an, daß er kein Politiker ist. Denn er findet keinerlei wirklich überzeugende Momente für die von ihm warm unterstützte Sache der Araber, als daß sie fürchteten, zur Minorität in Palästina zu werden. Was er vorschlägt, ist sicher gut gemeint, doch politisch ohne Bedeutung. Zum Beispiel: die Juden dürften niemals mehr als 85% der arabischen Bevölkerung ausmachen, wobei er selbst hinzufügt, dies bedeute, daß nach dem heutigen Stande der Bevölkerung noch 450.000 Juden einwandern könnten, etwas, das die arabischen Führer, die eine vollständige Suspendierung der jüdischen Einwanderung verlangen, als einen extrem zionistischen Vorschlag entrüstet zurückweisen würden. Das gleiche gilt für die von ihm vorgeschlagene Begünstigung der jüdischen Einwanderung in die anderen arabischen Staaten. Barbour verlangt andererseits die Kantonierung in bezug auf Landkauf, die, wie oft nachgewiesen, von den Juden auf keinen Fall akzeptiert werden kann und für die Entwicklung des Landes nur schädlich wäre. Bei aller Anerkennung der Bemühungen Mr. Barbours ist zu sagen, daß das schwierige und verworrene Problem, das er zu lösen sucht, nur noch verwickelter wird, wenn man ausgeklügelte Vorschläge zu ihrer Lösung zur Diskussion stellt, die bei den nun einmal bestehenden politischen Machtverhältnissen keinerlei Aussicht auf Annahme haben. Barbour übersieht auch vollkommen, daß mit Palästina Interessen aller Mächte und aller Religionen verknüpft sind und daß daher schon deshalb niemals davon die Rede sein kann, das Land zu einem arabischen Staat zu machen. m. f. Great Britain and Palestine 1915—1936. Information Department Papers, Nr. 20. Herausgegeben von The Royal Institute of International Affairs, London 1936, 111 Seiten. — Das bekannte Institut, das eine rein objektive Berichterstattung pflegt, veröffentlichte kürzlich eine Broschüre über die Politik Englands in Palästina. In der Vorrede wird unter anderem die strategische Bedeutung des Landes für England betont. Die Auslegungen der Versprechungen an Hussein werden im hergebrachten Sinne interpretiert. Bei Darstellung der Strömungen unter den Zionisten wird gesagt, daß die Ansprüche der Revisionisten zweifellos die Befürchtungen der Araber gesteigert hätten ( Seite 23). Die Einbeziehung der Nichtzionisten habe keinerlei Änderung der dominierenden Rolle der Zionisten herbeigeführt. Der Unterschied zwischen britischer und jüdischer Art wird gemäß der Auffassung von Lawrence darin gesehen, daß der Engländer zu Kompromissen neigt, der in Palästina vorherrschende Ostjude aber Extremist ist. Sehr ausführlich werden die — heute längst völlig überholten — Untersuchungen und Vorschläge von Simpson und French mitgeteilt. Die Zahl der »Illegalen«, soweit sie als Touristen ins Land kamen, wird für 1933—1935 mit 17.901 Juden und 8931 Nichtjuden angegeben. Deportiert wurden 1934/35 1065 Juden und 4852 Nichtjuden. Bei Besprechung der ökonomischen Lage sagt der Bericht, daß die Juden für die Schwierigkeiten der Fellachen in keiner Weise verantwortlich gemacht werden können. Im Gegenteil, der »Boom« habe wahrscheinlich die Lage der ländlichen arabischen Bevölkerung erleichtert, die der städtischen gebessert. Aber die Araber lehnen es ab, ihr Land zu verlieren, um dafür Prosperity einzutauschen. In den Schlußfolgerungen wird gesagt, daß die Araber die Juden nicht vertreiben wrollen. Der Bericht schließt mit der Feststellung, daß die Vorschläge zur Lösung des