Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Ein neues Studentenheim [Nachricht]
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 163 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zentrums für jüdische Musik in Erez Israel« angebahnt, das einen Musikverlag sowie eine Musikzeitschrift gründen, musikalisches Material sammeln und die Verbindung mit dem europäischen Musikleben herstellen soll. Auch das Radio von Palästina soll mit jüdischer Musik versorgt und die Bildung eines »neuen jüdischen Musikstils« gefördert werden. Dr. S. Lewi, Jerusalem, King George Avenue, Haus Halbreich, erteilt Auskünfte über diese Gründung. Universität» Ein neues Studentenheim, In der Nähe der Nationalbibliothek wurde am Skopusberg das neue Studentenheim, das 6000 £P gekostet hat, feierlich eingeweiht. Die Propagandaabteilung. Vor ungefähr einem Jahr hat S. Schocken bei Übernahme der Verwaltung der Universität ein Büro für Organisation und Propaganda der Universität eingerichtet. Dieses hat mit großem Erfolg in vielen Ländern sogenannte »Gesellschaften der Freunde der Universität« gegründet und zahlreiche Spenden, Beiträge, ferner Bücher und Handschriften für die Bibliothek usw. zustandegebracht. Kürzlich sind der Rektor Dr. Hugo Bergmann und der Leiter des Büros, Alfred Berger, selbst in die Diaspora gefahren, um die Universitätspropaganda wirksam zu fördern. Der Rektor, der inzwischen von Präsident Benesch empfangen worden ist, erließ gleichzeitig einen Aufruf an die Juden aller Welt, worin er Grundlagen und Ziele der Hebräischen Universität darlegte. FONDS UND INSTITUTIONEN. Keren HajessocL Rückblick. Auf einer Pressekonferenz erklärte Herr L. Jaffe, daß der Keren Hajessod in den 16 Jahren seines Bestandes ein Nettoeinkommen von 5,750.000 £P aufweisen könne. Von dieser Summe seien 2 Millionen für landwirtschaftliche Siedlung, 2.75 Millionen für Alijah und Wohnbauten und 1 Million für Erziehung ausgegeben worden. VERSCHIEDENE NACHRICHTEN. Henri Franc gestorben* Der Generalsekretär der PICA, der seit 1903 die von Rothschild und der JCa in Palästina gegründeten Kolonien verwaltete, ist im Alter von 58 Jahren am 31. Jänner 1937 gestorben. Er vertrat die Interessen Rothschilds auch bei den von diesem alimentierten Industrieunternehmungen. Sexualprobleme im Kibbuz, Über dieses Thema hielt der bekannte Forscher Doktor Max Marcuse kürzlich in der Psychoanalytischen Gesellschaft in Tel Aviv einen bemerkenswerten Vortrag. Die Probleme treten nach außen nicht in Erscheinung, weil in diesem Bereiche im Kibbuz dieselbe Unaufrichtigkeit herrscht wie im früheren Bürgertum. Daher sind die Neurosen im Kibbuz häufig. Sehr scharf verurteilt Marcuse die Einrichtung des Bachurs, der mit einem Paar zusammenwohnt, die Unterbringung von Bachurim und Bachuroth in einem Raum, anderseits die Trennung von zusammengehörigen Partnern. Die enge räumliche Intimität der Menschen im Kibbuz schließt die erotische Intimität eines Paares aus, macht vielmehr die herrschenden Beziehungen publik. Marcuse hebt auch hervor, daß das Übermaß an politischen und ökonomischen Interessen im Kibbuz wie dessen ideologische, nicht natürliche Struktur eine gewisse Leere an Gemütsinhalten und Triebbefriedigungen zur Folge hat. Der Vortragende wies auch auf das starke Überwiegen der männlichen Mitglieder der Kwuzoth, ferner auf die in ihnen herrschende Kinderarmut hin und führt diese auf eine neurotische Fortpflanzungshypochondrie zurück. An den Vortrag schloß sich eine rege Diskussion.