Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Terror gegen Araber [Nachricht]
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 151 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379953-2379957--24621-2410732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
OCR text
des Landes, vor allem in Jaffa, Haifa und Nazareth, verübt. Zahlreiche Araber erhielten Drohbriefe und Todesurteile. Arabische Notabein und Kaufleute aus Jaffa und Haifa protestierten bei den Bezirkskommissionen gegen die Passivität der Behörden gegenüber der immer mehr um sich greifenden Gesetzlosigkeit. Die Abordnung aus Jaffa drohte mit Massenauswanderung. Es ist auffallend, daß die Mitglieder des Arabischen Obersten Komitees, die sich ja ebenfalls gegen den Terror ausgesprochen haben, vom Terror verschont bleiben. Zusammenstöße in Tiberias. Am 19. Februar kam es in Tiberias zu Zusammenstößen zwischen Juden und Arabern als Folge von Steinwürfen der Araber gegen jüdische Passanten. In der sich entwickelnden Straßenschlacht wurden 30 Juden (davon vier schwer) und 30 Araber, sowie zwei britische und ein arabischer Polizist verwundet. Der daraufhin verhängte Ausnahmezustand brachte keine Beruhigung, denn am nächsten Tag kam es wieder zu Zusammenstößen. Ein Araber und zwei Juden wurden zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Es wurden auch Schüsse auf das Militärlager und auf die Stadt abgegeben. Terror in Safed. Die Juden in Safed leben in einem Zustand dauernden Terrors und Boykotts. Die Terroristen verhindern die arabischen Bauern, ihre Lebensmittel an Juden zu verkaufen und umgekehrt, muß jeder Araber, der die Stadt verläßt, nachweisen, daß er nicht bei Juden eingekauft hat. Den Juden ist das Betreten der arabischen Stadtviertel verboten. Araber dürfen das jüdische Viertel nur mit Bewilligung der Terroristen betreten. Die Behörden sind über die Zustände informiert, unternehmen aber nichts. Mord in Beisan. Dr. Josef Lehrs, der einzige jüdische Einwohner Beisans, der auf Ersuchen der Araber nach Ausbruch der Unruhen wieder in die Stadt zurückkehrte, wo er jahrelang arme Araber unentgeltlich behandelt hatte, wurde am 24. Februar im Morgengrauen von zwei Besuchern durch Revolverschüsse getötet. Arabische Notabein und der Erste Sekretär haben in öffentlichen Erklärungen den Mord verurteilt. 500 £ wurden als Belohnung für Ergreifung der Mörder ausgesetzt. Viehraub. Eine bewaffnete Araberbande raubte der Siedlung Mizpah 98 Rassekühe im Werte von 10.000 £P. Die Räuber konnten trotz später aufgenommener Verfolgung und einem Gefecht mit syrischer Polizei über die Grenze entkommen, wo das Vieh offenbar auf mehrere Dörfer aufgeteilt wurde. Bloß acht Kühe konnten zustandegebracht werden. Belagerungszustand in Jerusalem. Wegen der fortwährenden Überfälle und eines weiteren Mordes wurde über Jerusalem der Belagerungszustand verhängt. Mord an einem Chaluz. Am 21. Februar wurde der 21jährige Chaim Bruck aus Deutschland, ein Mitglied des Kibbuz Chugim, in der Nähe des arabischen Dorfes Sakhne bei Beth Alfa, erstochen aufgefunden. Der illegale Waffenbesitz. Am 22. Februar erklärte der Staatssekretär für Kolonien, am Ende einer Debatte über Palästina im Unterhaus, er wisse, daß beide Gruppen der Bevölkerung zahlreiche Waffen und Munitionsvorräte im ganzen Lande verborgen hielten, es sei aber schwer, diese ohne drastische Maßnahmen zu beschlagnahmen. Hausdurchsuchung beim Arabischen Komitee. Eine wegen der sich häufenden Terrorakte in den Räumen des Arabischen Komitees in Jerusalem durchgeführte Hausdurchsuchung förderte mehrere Bomben und Munition zu Tage. Protest des Waad Leumi. Eine Abordnung des Waad Leumi, bestehend aus Ben Zwi, Berligne und Elmaleh, protestierte beim Stellvertreter des Hochkommissärs, Mr. J. Hathorn Hall, gegen die Gesetzlosigkeit und Unsicherheit im Lande und gegen den Terror in Safed und Tiberias.