Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Date
- 1937-03-01
- Page
- None (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄ S TI NA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XX. Jahrg. März 1937 Nr. 3 Bodenwucher und Bodenspekulation Von Georg Herz-Shikmoni, Haifa-Mt. Carmel, Vorsitzender der Vereinigung der Grundstückmakler, Haifa. Vorb. d. Red.: Mit diesem Beitrag setzen wir die seit Wiedererscheinen unserer Zeitschrift geführte Diskussion über die Bekämpfung der Bodenspekulation fort. Bodenwucher ist die ungebührliche Ausnutzung einer Notlage auf dem Bodenmarkt. Bodenspekulation ist jeder unbenutzte private Bodenbesitz, soweit er nicht für eigene Zwecke reserviert ist. Diese Definitionen erheben nicht den Anspruch, erschöpfende Erklärungen zu sein, sie dürften aber der Wirklichkeit sehr nahe kommen. Das gewöhnliche Verfahren, zum Konversationslexikon zu greifen und auf den Ursprung der Worte zurückzugehen, reicht hier nicht aus. Wer den Bodenwucher wirksam bekämpfen will, tut am besten, seine Vorbedingungen, seine Ursachen, eben jene »Notlage auf dem Bodenmarkt«, zu bekämpfen. Daher wird zu untersuchen sein, ob wir wirklich eine Bodenknappheit haben, oder aber ob die »Notlage auf dem Bodenmarkt« andere, zum Beispiel technische oder organisatorische Ursachen hat, für die die jüdische Öffentlichkeit mitverantwortlich zu machen ist. Was uns gegenüber der Spekulation in Boden so besonders empfindlich macht ist die Tatsache, daß Boden in ganz anderem Maße der Aufsicht und dem Obereigentum der Allgemeinheit untersteht als jeder andere Wert. In Gesetzesvorschriften, Traditionen, religiösen Forderungen, Volkspostulaten und zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen unserer Tage wird immer wieder die Verpflichtung des Bodenbesitzers gegenüber der Allgemeinheit festgestellt. Zunächst ist die Vorfrage zu beantworten: Ist privater Bodenerwerb und privater Bodenbesitz überhaupt wünschenswert? Der Direktor des Jüdischen Nationalfonds, Dr. A. Granovsky, sagt darüber Folgendes1: »Aus vielen Gründen, sowohl ideologischer als praktischer Natur, kann weder der nationale noch der private Bodenerwerb aufgegeben werden — die praktischen sind, daß die große Aufgabe, Land für städtische und ländliche jüdische Siedlung zu schaffen, enorme Summen Kapitals erfordert.« 1 Palestine Review, 1/40 vom 22. Jänner 1937.