Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- [Rezension] / b.
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2)
- Language
- German
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betragen hat, aber nichts über ihre religiöse Zusammensetzung, nicht, wieviel Türken es im Gebiet von Alexandrette, wieviel Aluiten es in Latakia, wieviel Drusen es im Hauran-Gebiet gibt. Die Zahl der Nomaden und Halbnomaden wird mit 250.000 angegeben. Die Agrarbevölkerung ist, nach Himadeh, wie überall in den arabischen Nachfolgestaaten der Türkei durch Schuldzinsen und Steuern bedrückt und lebt in einem elenden Zustand. Die kultivierbare Fläche wird auf 40 Millionen Dunam geschätzt, davon ist nur die Hälfte in Kultur; und davon stets auch nur die Hälfte bebaut (Zweifelderwirtschaft). Die Bewässerungsmöglichkeiten sind groß, werden aber nicht ausgenützt. Das Durchschnittslos einer Familie wird gegenwärtig nur mit 92 Dunam berechnet (2 Millionen Hektar, 218.000 Familien). Syrien ist im Außenhandel mit Agrarprodukten passiv (1933: Einfuhr 13.7 Millionen syrische Pfund, Ausfuhr 8.8 Millionen syrische Pfund), Defizit 4.9 Millionen syrische Pfund. (Damals waren 3.75 syrische Pfund 1 palästinensischer Pfund). Das Werk behandelt ausführlich auch Industrie, Handel, Bankwesen u. a. m. Erwähnenswert sind die niederen Löhne in der alten Industrie, 7 bis 12 Francs per Kopf des männlichen Arbeiters, in der maschinellen 10 Francs für ungelernte, 14 bis 40 Francs für gelernte Arbeiter. 1933 gingen Waren um 3 Millionen syrische Pfund nach Palästina, und zwar fast nur Produkte, wie sie in Palästina selbst erzeugt werden (Früchte, Waschseife, Gemüse, Häute, vegetabilische Öle, Zement, Kleidung usw.). Die Einfuhr von Palästina ist relativ gering (1933 0.9 Millionen syrische Pfund). — Die Tabellen über die öffentlichen Finanzen sind sehr unklar. Aus anderen Quellen erfahren wir, daß Syrien-Libanon, trotzdem es sechsmal so groß ist als Palästina, und dreimal so viel Einwohner besitzt, 1935 nur ebensoviel öffentliche Einnahmen hatte, wie Palästina (5.4 Millionen £P) aber um 60% mehr Ausgaben (5.1 gegen 3.2 Millionen £P). Ein Vergleich der Außenhandelsbilanzen beider Staaten gibt folgendes Bild für 1935: Syrien Palästina Import .......9.2 Mill. £ Import .......18.4 Mill. £ Export.......4.5 Mill. £ Export.......4.7 Mill. £ Defizit der Handelsbilanz . 3.7 Mill. £ Defizit der Handelsbilanz . 13.7 Mill. £ Palästina exportiert daher ebensoviel und importiert doppelt so viel wie Syrien. b. Neues Palästina-Informationsbuch» Herausgegeben vom Palästina-Amt, Wien, 112 Seiten, mit 1 Karte und 7 Photographien. — In diesem vorzüglich ausgestattetem Büchlein wird zuerst von ehemaligen und jetzigen Beamten eine interessante Geschichte des Palästina-Amtes, Wien, gegeben, die zugleich eine Geschichte des Kampfes um die Einwanderung und deren Organisierung ist. Dann folgen äußerst instruktive Informationen über die zionistischen Organisationen in Österreich, wobei auf Seite 57 auch der Brith Trumpeldor unter die offiziellen Chaluz-Bünde gezählt wird, über die notwendigen Formalitäten zur Erlangung eines Zertifikates und über Paß- und Reisefragen. Daran schließen sich Abschnitte über Palästina, Land und Leute, Klima, Tierwelt, Recht, Verfassung, Wirtschaft und Gesellschaft. Im ganzen ein instruktives Büchlein, das ein in Österreich vorhandenes Bedürfnis erfüllt. 1. r. m. Schluß des redaktionellen Teiles. Wir bitten dringendst, alle Zuschriften, die die Administration betreffen, an diese und nicht an die Redaktion zu senden. Herausgeber und verantwortl. Redakteur: Adolf Böhm, Wien XVI., Wilhelminenstraße 28. — Eigentum: Herzl-Klub, Wien I., Elisabethstraße 1. — Verlag u. Administration: Fiba-Verlag, Wien VI., Gumpendorfer' straße 10. — Druck: C. Schneid, Wien VIII., Lerchenfelderstraße 146, Telephone B'43-0-35 u. B-43-0-36.