Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Frage der jüdischen Arbeit in den Pflanzungskolonien [Nachricht]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Landwirtschaftszentrale (Merkas Hachaklai) der Histadruth hat mit dem Farmerverband (Hitachduth Haikarim) über eine prinzipielle Lösung der Frage der jüdischen Arbeit in den Kolonien verhandelt. Die Farmer erklärten sich bereit, sich für 80% jüdische Arbeit zu verpflichten, was der Merkas als vorläufige Verhandlungsgrundlage annahm. Es ist fraglich, ob alle Pflanzer sich den Weisungen ihres Verbandes fügen werden. Die Zahl der Arbeitslosen* Diese wird gegenwärtig in den Städten mit 3500 angegeben, indes am Lande noch immer Arbeitermangel herrscht. Infolgedessen hat die Arbeiterorganisation in Tel Aviv 500 Arbeiter angeworben und in die Siedlungen geschickt. Weitere 1000 Arbeiter aus den drei Städten werden folgen. Die Stärke der Histadruth. In einer Leitungssitzung der Histadruth in Tel Aviv wurde mitgeteilt, daß die Arbeiterorganisation 100.000 Mitglieder habe. Im Jahre 1936 sind 10.000 neue jüdische Arbeiter von der Wirtschaft absorbiert worden. KULTURELLES LEBEN. Das Palästina-Orchester« Die Palästina Symphonie-Orchester-Gesellschaft teilt mit, daß sie gegenwärtig 7000 zahlende Mitglieder hat, die höchste Mitgliederzahl aller musikalischen Gesellschaften der Welt. Aon 25. Dezember veranstaltete das Palästina-Orchester in Tel Aviv, im Großen Saal des Messegebäudes, sein erstes Konzert unter Leitung Arturo Toscaninis in Gegenwart des Hochkommissärs, Prof. Hubermanns, Prof. Weizmanns und der Herren Ben Gurion und Shertok. Toscanini war Gegenstand großer Ehrungen. Unter anderem wurde ihm auch eine Orangenpflanzung zum Geschenk gemacht. Er war tief beeindruckt von dem jüdischen Palästina-Werk und versprach, noch in diesem Jahre wieder zu kommen. SANITÄT. Landeskonferenz der jüdischen Ärzte. Diese Konferenz faßte am 30. Oktober folgende Beschlüsse: 1. Konstruktive Hilfe für beschäftigungslose Ärzte. Die Konferenz betont die Notwendigkeit der Schaffung eines konstruktiven Fonds. Zu diesem Zwecke beschließt sie die Aufbringung von 3000 £P unter den Mitgliedern; als Basis für das Maß deren Beteiligung dient der Verdienst von sechs Arbeitstagen. Kein Arzt ist von der Entrichtung dieser Abgabe befreit. Die Einzelheiten der Schätzung sollen durch die Ortsgruppen festgelegt werden. Das Ziel ist, bei den medizinischen Instituten neue Posten zu schaffen und dort bisher beschäftigungslose Ärzte einzustellen. Die Konferenz verpflichtet den Zentralausschuß, für diese Arbeit ein genaues Programm auszuarbeiten und sich mit einer Kundgebung an alle Organisationen zu wenden. 2. Monat der Aufklärung. Die Konferenz verpflichtet die Ortsgruppen, im Monate Jänner in kleinen Ärztezirkeln eine intensive Aufklärungspropaganda über die Probleme der Ärzteschaft zu treiben und unter solchen Bedingungen, die die Teilnahme aller Ärzte, insbesondere der neuen im Lande, möglich machen. 3. Fachärzte. Als solcher wird jeder Arzt angesehen, der auf seinem Gebiete in einem Krankenhause gearbeitet hat: als Internist, Chirurg oder Frauenarzt mindestens drei Jahre, auf jedem anderen Gebiete mindestens zwei Jahre. Die Tätigkeit des »Roten Magen David«. Die Ärzte und freiwilligen Mitarbeiter des R. M. D. haben in der Zeit der Unruhen (19. April bis 1. September) in 258 Fällen Hilfe geleistet, welche direkte Folge der Unruhen waren. Davon waren 246 Juden, 12 Mohammedaner.