Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Verwertung der Nebenprodukte der Zitrusindustrie (Hadar) [Nachricht]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 2)
- Language
- German
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kann wegen ihrer geringen Haltbarkeit nicht verschifft werden und übergroße Früchte sind nur zu Preisen abzusetzen, die den Versand nicht lohnen. Die Anlage, die sich in Rechoboth befindet, erzeugt Essenzen aus der Fruchtschale, Naturfruchtsäfte und einige andere Produkte. Die Fruchtsäfte werden hauptsächlich im Lande abgesetzt, wrährend die Essenzen nach einer ganzen Reihe von Ländern ausgeführt werden. Eine Tonne Orange gibt bloß etwas über ein Liter Essenzen. Die Gesellschaft hat vor allem damit zu kämpfen, daß die Anlage in der kurzen Saison von sechs Wochen ungeheure Mengen von Früchten unter großen Kosten zu verarbeiten hat, während sie den anderen Teil des Jahres still liegt. Deshalb mußte auch bisher von der Einführung neuer Erzeugnisse abgesehen werden. Die zweite Schwierigkeit sind die hohen Frachtspesen nach England, der 15%ige Wertzoll, da Palästina nicht im Genuße der Reichsvorzugszölle steht und die hohen Preise für die Fässer, die aus Italien eingeführt werden. Ein Memorandum mit Vorschlägen zur teilweisen Behebung dieser Schwierigkeiten ist im Sommer 1936 an den Hochkommissär gerichtet worden. Ausdehnung der Bewässerungswirtschaft. Im Süddistrikt ist die bewässerte Gemüseanbaufläche beträchtlich erweitert worden. Im Norddistrikt werden Saatkartoffeln, die aus England eingeführt werden, stark nachgefragt. Wasserfund. In Zofit (Judäa) wurde auf Grund einer Tiefbohrung ein reicher Wasserfund gemacht. Man schätzt die Wassermenge auf mehr als 200 m-yStd. Die Palestine Water Co. (Pal. Economic Corp.) führte mit einer neuen amerikanischen Bohrmaschine, nach dem Rotary-Verfahren, die Bohrung in kurzer Zeit durch. Die geophysikalische Voruntersuchung geschah durch Dr. Loehnberg.—Ing. Loewenstein. Die Schäden der Landwirtschaft durch das Wetter. In der letzten Woche wurde in den Pardessim durch Stürme beträchtlicher Schaden angerichtet. Man schätzt den Verlust an exportfähiger Frucht auf 5 bis 10%. Während die Verluste in einem Teil der Pardessim nur geringfügig sind, gehen sie in anderen bis zu 30%, so daß die betroffenen Pflanzer stark geschädigt sind. Die schweren Regenfälle im letzten Drittel des November haben nur geringfügige Ernteschäden angerichtet, in einigen Teilen des Galil wurden Gemüsepflanzungen überschwemmt, verschiedentlich wurden auch Getreidefelder beschädigt. Im Süden waren die Niederschläge nur teilweise ausreichend, im Jerusalem-Distrikt geben reichliche Niederschläge Aussicht auf eine gute Ernte. Im Norddistrikt ist die Frühaussaatfläche beträchtlich größer als im Jahre 1935. Siedlung« Nathania. Die »Hanotaiah-Blätter« veröffentlichen Daten über die Entwicklung der Siedlung. Diese hat einen besonderen Anstoß dadurch erhalten, daß eine Reihe von Behörden (Distriktsoffizier, Steuer- und Grundbuchamt, Veterinär- und Gesundheitsbeamte, Regierungsingenieure) und 1500 Mann Militär ihren Sitz in Nathania nahmen.' Für letztere werden Bauten auf 500 Dunam errichtet, von denen 130 von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden. Die Einwohnerzahl beträgt gegenwärtig 3000 Seelen, die Bodenfläche 12.500 Dunam, davon sind 6000 mit Zitrus bepflanzt. Die »Nathanya Sea Shore Development Co. Ltd.« trachtet, den Seebadestrand der Kolonie zu entwickeln. Die Hanotaiah-Gesellschaft, von der die Stadt angelegt wurde, besitzt auch große Terrains in der Haifa-Bay, die durch ihre Tochtergesellschaft »Mifraz Acre Haifa 1934« parzelliert werden und auf denen bereits Wasser erbohrt worden ist. Hier können Gemüsegärten und Kleinwirtschaften angelegt werden. Die Einzelparzellen sind 900 Quadratmeter groß.