Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Verringertes Handelsbilanzpassivum [Nachricht]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Passivum hat sich also um 2,921.000 £P verringert und dadurch den Rückgang der Kapitaleinfuhr (2J^ Millionen) ungefähr wettgemacht. Der Handel mit Deutschland. Nach dem amtlichen Bericht über die Einfuhr aus Deutschland in den ersten drei Vierteln des Jahres 1936 hat das Reich Großbritannien von der ersten Stelle der Einfuhrländer verdrängt. Die Gesamtausfuhr Deutschlands nach Palästina betrug in den ersten drei Vierteln 1936 1,421.910 £P, jene Englands 1,991.052 £P. Davon müssen jedoch Einwanderergut und unklassifizierte Waren in Abzug gebracht werden. Während bei der Einfuhr aus England die unklassifizierten Waren wegen des starken Regierungs-, Militär- und Konsularbedarfes 1,081.784 £P ausmachen, sind von der Einfuhr aus Deutschland bloß 349.975 £P, meist Einwanderergut, in Abzug zu bringen, so daß die so bereinigte Einfuhr aus Deutschland mit 1,079.934 £P die Englands von 909.268 £P um fast 20% übertrifft. Der Handel mit Polen. Infolge der verschiedenen Gesichtspunkte in der statistischen Erfassung der Ein- und Ausfuhr weichen die polnischen und palästinensischen Statistiken sehr stark voneinander ab, wie folgende Tabelle für die ersten drei Viertel 1936 zeigt: Palästinensische Polnische Ausfuhr Statistik Statistik £P £P Polnische Ausfuhr nach Palästina...... 293.902 170.000 Palästinensische Ausfuhr nach Polen..... 106.586 212.000 Polnischer Ausfuhrüberschuß nach Palästina . . 187.316 — Palästinensischer Ausfuhrüberschuß nach Polen . — 42.000 Diese weitgehende Abweichung erklärt sich zunächst daraus, daß die palästinensische Statistik das mitgebrachte Einwanderergut als polnischen Export nach Palästina erfaßt, während die polnische Statistik die von den Auswanderern mitgenommenen Güter natürlich nicht als Export ansieht. Die palästinensische Statistik weist in diesem Jahre sogar einen erhöhten Import von Einwanderergut aus, obwohl die Einwanderung gegen 1935 auf etwa die Hälfte zurückgegangen ist. Der polnische Export nach Palästina ist in der palästinensischen Statistik auch insofern höher, da polnische Exporte via England nach Palästina von der polnischen Statistik als Export nach England erfaßt werden, von der palästinensischen Statistik aber als Import aus Polen, als Ursprungsland, registriert werden. Anderseits ist der palästinensische Export nach Polen nach der polnischen Statistik weit höher als nach der palästinensischen, da ein Teil des Orangenexportes nach Polen über dritte Länder geht und in der palästinensischen Statistik als Ausfuhr in diese in Erscheinung tritt. Nach der polnischen Statistik, die für die polnische Regierung maßgebend ist. besteht also zur Zeit überhaupt kein polnischer Exportüberschuß nach Palästina, sondern umgekehrt ein palästinensischer Exportüberschuß nach Polen. Der Handel mit Rumänien. Von 1929 bis 1935 hat sich die Einfuhr aus Rumänien nach Palästina mehr als versechsfacht und stieg von 189.000 £P auf 1,280.000 £P. 1935 stand Rumänien unter den Einfuhrländern an fünfter Stelle. In den ersten drei Vierteln des Jahres 1936 ging die Einfuhr aus Rumänien zwar absolut zurück, erhöhte sich jedoch perzentuell von 7 auf 8% und überholte die Einfuhr aus Amerika und Syrien und rückte damit an die dritte Stelle hinter Deutschland und England. Diese Steigerung ist zum Teil damit zu erklären, daß Rumänien hauptsächlich Waren liefert, die zu den marktgängigsten gehören. Rumänien deckt 60% des Schlachtviehbedarfes,