Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Wirtschaft
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 636 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seilschaften mit 2.90 Millionen £P registriertem Kapital im Vorjahr gegründet. Bei diesem Vergleich muß allerdings berücksichtigt werden, daß der Vergleichszeitraum des Vorjahres den Kulminationspunkt der Gründungstätigkeit darstellt und eine Reihe größerer Gründungen umfaßt, die bisher nicht zur Ausführung gekommen sind. Der Rückschlag der Gründungstätigkeit ist also nicht ganz so schroff, wie er statistisch in Erscheinung tritt. Weiterhin erhöhten in den drei ersten Quartalen dieses Jahres 43 Aktiengesellschaften ihr Kapital um 0.72 Millionen £P gegenüber 50 Kapitalerhöhungen um 1.73 Millionen £P im Vorjahr. Die öffentlichen Finanzen. Aus dem Rückgang der Einfuhr mußte sich für die öffentlichen Einnahmen ein starker Ausfall an Zöllen ergeben, welche die wichtigste Einnahmeposition der Regierung darstellen. Auch die Lizenzen, Steuern und Gebühren weisen eine stark rückläufige Entwicklung auf. Insgesamt belaufen sich die Regierungseinnahmen in der ersten Hälfte des Finanzjahres 1936/37 auf 1.95 Millionen gegen 2.97 Millionen £P im Vorjahr — also ein Rückgang um etwa ein Drittel. Trotz dieses scharfen Einnahmerückganges und steigender Regierungsausgaben im Zusammenhang mit den Unruhen balancieren Einnahmen und Ausgaben bis auf einen gänzlich unerheblichen Ausgabenüberschuß (von 25.000 £P). Der Budgetüberschuß ist also über die Unruhen hinweg intakt geblieben. Ein interessantes Spiegelbild der Situation' zeigt der Geldumlauf, der seit Monaten, mit 6.04 Millionen £P völlig stabil ist und gegenüber den den Unruhen vorausgehenden Monaten einen leichten Rückschlag aufweist. Bedenklich sind die Anzeichen für das weitere Anwachsen des Eisenbahndefizites im Finanzjahr 1936/37, die laufenden Betriebseinnahmen sind trotz der Umleitung des Importes über den Haifaer Hafen, wodurch der Bahn erhebliche Transporte zugeführt werden, leicht zurückgegangen. Die Ausgaben haben sich aber vor allem im Zusammenhang mit den Unruhen um fast 15% erhöht. In den Güterverkehrsziffern der Bahn spielt der Rückgang der Baumaterialtransporte eine besondere Rolle. Der Beginn der neuen Zitrussaison. In der dritten November-Woche haben die Orangenverschiffungen eingesetzt, und zwar gleich in der ersten Woche mit zirka Million Kisten. Die arabischen Pflanzer begannen sofort bei Saisonbeginn, die Ernte ohne große Auswahl vorzunehmen und forciert zu verschiffen. Von diesen forcierten ersten Verschiffungen ist ein Druck auf die Preise zu erwarten. Der Umfang der bisherigen Grapefruit- und Orangenverschiffungen liegt mit insgesamt: 522.832 Kisten bis 21. November erheblich über dem Vorjahrsniveau. Die Verschiffungen von Grapefruit sind jetzt wesentlich kleiner, nachdem die ersten großen Verschiffungen die Preise nachteilig beeinflußt haben. Die Ernteaussichten haben keinewesentliche Veränderung erfahren; nach den starken Regenfällen der letzten November- Woche erhofft man eine gute Erntequalität. Die Entwicklung des Marktes wird weniger von Palästina aus als von Spanien her bestimmt werden. Nach letzten, aus Barcelona hierher gelangten Berichten werden die spanischen Orangenverschiffungen Ende November ihren Anfang nehmen, da die Orangenzone kaum vom Bürgerkrieg berührt ist. Durch den Pesetensturz kann die spanische Konkurrenz für Palästina in diesem Jahr besonders fühlbar werden — wenn der weitere Verlauf des Bürgerkrieges keine neuen Überraschungen auf diesem für Palästina so wichtigen Marktgebiet bringt. Bei einer günstigen Marktentwicklung können vom Zitrusexport für die palästinensische Wirtschaft neue Impulse ausgehen. Die vorige Zitrussaison brachte infolge der unerwartet schnellen Erschöpfung der Erntevorräte bekanntlich einen Rückschlag.