Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Abreise der Königlichen Kommission [Nachricht]
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 584 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Abreise der Königlichen Kommission« Die Königliche Kommission für Palästina wird am 5. November von London abreisen. Keine Einstellung der Einwanderung« Am 5. November erklärte Mr. Ormsby Gore im Unterhaus, daß eine zeitweilige Aufhebung der Einwanderung nach Palästina während der Dauer der Untersuchungen der Königlichen Kommission weder vom wirtschaftlichen Standpunkt noch aus anderen Gründen gerechtfertigt wäre. Er erklärte weiter, daß die Regierung beschlossen habe, der Jewish Agency für das im Oktober beginnende Halbjahr 1800 Zertifikate zu bewilligen. 300 von diesen sind für Kapitalisten aus Deutschland bestimmt, die bereits im Lande sind, aber bisher ihr Vermögen nicht transferieren konnten. Wie gemeldet wurde, hatte der polnische Gesandte in London angefragt, warum das Schedule für das Halbjahr Oktober—März noch nicht bewilligt wurde. Tagung der Mandatskommission« Am 28. Oktober wurde unter dem Vorsitz des Vertreters von Belgien, M. Pierre Orts, die Tagung der Mandatskommission eröffnet. Der Vorsitzende gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß es Anfang 1937 möglich sein werde, nach der Berichterstattung der Königlichen Kommission einen Bericht der Mandatarmacht an die Mandatskommission vorgelegt zu erhalten. Die Mandatskommission beschloß sodann die Prüfung der Petitionen, die von jüdischer (revisionistischer) sowie arabischer Seite über den Legislative Council, die Einwanderung usw. vorlagen. Todesurteile gegen Araber« Der Araber Mohammed Kandil, der wegen Ermordung der Juden Morrison und Levinson im Hatikwah-Viertel von Tel Aviv vor Gericht stand, wurde des Mordes überwiesen und zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Araber Aliadam Ibrahim wurde wegen Schießens auf Militär vom Kriminalgericht in Haifa zum Tode verurteilt. Der Neffe des Mufti aus der Haft entlassen« Abdul Kader el Husseini, der am 7. Oktober mit der Waffe in der Hand in einem Gefecht mit Truppen an der Seite des in diesem Scharmützel gefallenen Führers der Aufständischen, Elasi, gefangen wurde, ist gegen Erlag einer Kaution von 250 £P auf freien Fuß gesetzt worden. Er ist der Neffe des Mufti. Der syrisch'französische Vertragsentwurf« Nach monatelangen Verhandlungen wurde zwischen den syrischen Nationalisten und der französischen Regierung ein Allianzvertrag abgeschlossen, der das französische Mandat über Syrien ersetzen wird. Der Vertrag, der vom französischen Ministerrat bereits genehmigt wurde, tritt erst dann in Kraft, wenn er von einem durch freie Wahl gewähltem syrischen Parlament angenommen wird. Die Wahlen werden voraussichtlich im November stattfinden. Der Vertrag sieht die Umwandlung Syriens aus einem Mandatsgebiet in einen souveränen Staat während einer Übergangsperiode von drei Jahren vor, nach deren Ablauf Frankreich die Aufnahme Syriens in den Völkerbund vorschlagen wird. Zu diesem Zeitpunkt tritt für 25 Jahre ein Allianzvertrag zwischen den beiden Ländern in Kraft, der eine enge außenpolitische Bindung Syriens an Frankreich vorsieht, dem letzteren ein Monopol für die Stellung von Beratern der Regierung sichert und die allgemeinen Interessen der Republik in Syrien erhält. Eine französische Militärmission wird die Organisierung der Landesverteidigung kontrollieren und ihre Übereinstimmung mit dem französischen Militärstatus sichern. Ein französisches Truppenkontingent wird in bestimmten Gebieten seinen Standort haben, ohne aber in innersyrischen Angelegenheiten zu intervenieren. Syrien gibt der Republik Garantien für die Sicherheit und Rechte der rassischen und religiösen Minderheiten. Soweit solche geschlossen wohnen, erhalten sie finanziell und administrativ einen weitgehenden autonomen Status. Nur