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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 563

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Transjordanien und Palästina
Date
1936-11-01
Page
Seite 563 (sequence 5)
Language
German
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in Palästina und Tränsjordanien dar. Da aber die Länge der Eisenbahnstrecke in Transjordanien 323 km beträgt, in Palästina jedoch nur 143 km und da ferner der transjordanische Teil nur 17.7% der bezahlten Zugskilometer gegenüber 82.3% dieser Bahn in Palästina beigetragen hat, ergibt sich daraus, daß der transjordanische Teil dieser Eisenbahn außerordentlich unrentabel ist und die Kosten dieser Eisenbahn für Palästina, wesentlich über dem in dieser Tabelle angegebenen Defizit für das Jahr 1934/35 liegen. Der Bericht der Palästina-Eisenbahn für das Jahr 1934/35 sagt über den Personenverkehr der Hedschasbahn: »Diese Zunahme ergab sich ausschließlich auf der Linie in Palästina, obwohl eine Abnahme auf der Linie in Transjordanien erfolgte.« Es ergibt sich also, daß Palästina allein für die Aufrechterhaltung des unrentablen trans jordanischen Teils der Hedschasbahn jährlich beträchtliche Summen ausgibt Die 17.000 £P sind die einseitig von Palästina bezahlten Gelder für Reexporte. Für die Verteidigung, das heißt für die Kosten der englischen Truppen in Palästina und Transjordanien hat Palästina in 1934/35 144.118 £P ausgegeben. Da ein Teil dieser Truppen in Transjordanien stationiert ist, ist es angebracht, wenn wir 20% der Kosten dieser Truppen als Transjordaniens Anteil betrachten. Außer diesen in der Tabelle angegebenen Leistungen werden regelmäßig palästinensische Regierungsfachleute, Maschinen usw., der transjordanischen Regierung zur Verfügung gestellt. Ferner hat Palästina Transjordanien Anleihen gewährt, z. B. zum Bau des Telephonnetzes oder die landwirtschaftliche Anleihe von 30.000 £P in 1933/34. Neben den palästinensischen Leistungen stehen die finanziellen Hilfen Englands, die sich in 1934/35 auf mindestens 260.000 £P stellen, dazu hat England noch Anleihen gegeben. Neben den Geldleistungen der Palästina-Regierung an Transjordanien wären noch die einseitigen Gewinne Transjordaniens am Handel und an der Wirtschaft Palästinas zu berücksichtigen. Da aber dafür so gut wie gar keine offiziellen Ziffern vorliegen, sind die gewiß nicht unbeträchtlichen Überschüsse Transjordaniens nicht zu berechnen. Es verkauft an Palästina den Großteil seiner landwirtschaftlichen Ausfuhr und verdient am Transitverkehr nach Palästina. Viele transjordanische Arbeiter finden in Palästina Arbeit und kehren mit dem gesparten Kapital in ihre Heimat zurück. Aus alledem ergibt sich, daß Transjordanien, um mit Rappard, dem ständigen Mitgliede der Mandatskommission zu sprechen, »ein parasitärer Staat« ist, ein Staat nämlich, der von den Leistungen anderer lebt. Transjordanien hat am Wirtschaftsaufbau Palästinas in großem Maße profitiert, und ist doch kulturell und finanziell so zurückgeblieben, daß es eine dauernde finanzielle Belastung Palästinas und Englands darstellt. Die einzige Möglichkeit, diesen Zustand zu ändern, besteht in einer wesentlich schnelleren Wirtschaftsentwicklung, die aber ohne Kapitalimport und Einwanderung unmöglich ist. Palästina hat ein brennendes Interesse an dieser Entwicklung, nicht nur wegen seiner finanziellen Leistungen, sondern auch um in einem reicheren Transjordanien einen Markt für seine industriellen Produkte zu finden. Trans jordanien in seiner heutigen Form ist ein lebendiges Beispiel für die große Entwicklung, die Palästina unter dem Einstrom des jüdischen Kapitals und der jüdischen Einwanderung durchgemacht hat. Auf allen Gebieten zeigt sich dieser große Wandel, nicht zuletzt in besserer finanzieller und gesundheitlicher Lage der palästinensischen Araber, deren Geburtenüberschuß pro Tausend in 1935 doppelt so hoch war, als der der transjordanischen Araber. Die Grenze, die heute Palästina von Transjordanien trennt, ist zugleich die Grenze des wirtschaftlichen Fortschrittes. Die eigentlich Leidtragenden dieser Grenzziehung sind die trans jordanischen Araber.

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