Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- Die Lage der sephardischen Arbeiter [Nachricht]
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 538 (sequence 1)
- Language
- German
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538 ARBEIT- Die Lage der sephardischen Arbeiten Im Hafen von Tel Aviv arbeiten jetzt Se~ phardim aus Saloniki, von denen ein Teil früher im Hafen von Jaffa in der Orangensaison die Konkurrenz mit Hauraniern aufgenommen hatte. Anfänglich erhielten sie 8.9 Piaster Tageslohn, der dann auf 20 Piaster erhöht wurde. Die Lage der sephardischen Arbeiter im allgemeinen läßt sich nach statistischem Material, das über 210 der sephardischen Juden in Tel Aviv gesammelt wurde, einigermaßen überblicken. Von diesen sind 64 Junggesellen, 25 verheiratet und kinderlos, 52 Verheiratete mit einem Kind, 24 mit zwei Kindern, 16 mit drei, 7 mit vier und 11 mit fünf bis sechs Kindern. Die meisten sind vor drei bis vier Jahren eingewandert, unorganisiert, ohne Kenntnis des Hebräischen und des Schreibens; 80% wohnen in Einzimmer-Baracken mit einer Miete von 1.200 £P im Monat. Die meisten Kinder besuchen keine Schule und die Frauen arbeiten nur in der Hauswirtschaft. Fast alle Arbeiter leben ohne ärztlichen Beistand, haben keine Kenntnis ihrer Umwelt und waren vor den Unruhen arbeitslos. Sie kommen meist aus den Hafenstädten der Levante, Istanbul, Smyrna, Saloniki. Das Vordringen jüdischer Arbeit in den Kolonien« In den Kolonien arbeiten heute 8500 jüdische Arbeiter, das heißt etwa um 4500 mehr als vor den Unruhen. Die Zahl der arabischen Arbeiter ist um mindestens 5000, auf 1400 gesunken. Das bedeutet eine Einschränkung der Zahl der Arbeiter überhaupt, hervorgerufen durch den Fortfall von Neupflanzungen und die verminderte Intensität der Bearbeitung. Die Löhne in den arabischen Plantagen sind infolge des stärkeren Angebotes an Arbeitern gesunken und betragen jetzt für Arbeit mit der Hacke 60 bis 70 Mils, für Bewässerungsarbeit 40 bis 70 Mils pro Tag (in jüdischen Plantagen betrug der Lohn für Araber etwa 120 Mils pro Tag). Der Tageslohn für jüdische Arbeiter beträgt dagegen 200 Mils pro Tag. So vergrößert die Trennung jüdischer und arabischer Arbeit auch die Spanne zwischen den Löhnen. In einigen Kolonien wie Rechoboth und Petach Tikwah werden noch größtenteils arabische Arbeiter beschäftigt, obwohl die öffentliche Meinung einen starken Druck zugunsten der jüdischen Arbeit ausübt. Um in Zukunft, nach Aufhören der Unruhen, ein Abströmen jüdischer Arbeiter von den Kolonien in die Stadt zu verhindern, forderte eine Konferenz der Arbeiter aus den Kolonien die Erleichterung der Lebensverhältnisse durch Bereitstellung von Wohnungen und Schaffung von Hilfswirtschaften, sowie Ausbau der Kulturarbeit. Arbeitsvergebung durch die Militärbehörden* Die Militärbehörden beschäftigen gegenwärtig 400 Juden bei Bau- und anderen Arbeiten. In der Nähe von Nathania wurde die Errichtung eines Militärlagers an eine ägyptische Firma vergeben. Diese hat die Arbeit, die 60.000 £P Kosten aufweist, an die Histadruth weitergegeben und der ausschließlichen Verwendung jüdischer Arbeiter zugestimmt. Die Arbeit muß in zwei Monaten vollendet werden. FONDS UND INSTITUTIONEN. Keren HajessocL Das Budget für 1937» In der Sitzung des Aktionskomitees in Zürich wurde für 1937 ein Budget von 277.000 £P beschlossen, das durch Sondereinnahmen im Laufe des Jahres auf 300.000 £P erhöht werden soll. Keren Kajemetihu Der Bodenerwerb« In den ersten zehn Monaten des Jahres 5696 wurden in den Grundbüchern der Regierung 9500 Dunam (10.160 im Vorjahre) auf den Keren Kaje-