Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- Die bisherigen Verluste und der materielle Schaden [Nachricht]
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 530 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379950--23654-2409347- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
400 Tiere wurden getötet, 200.000 Obstbäume entwurzelt oder sonst vernichtet, 280 Brandstiftungen verübt, 48 Brücken gesprengt, 130 Sabotageakte gegen Eisenbahnen verübt, wobei 32mal Züge zur Entgleisung gebracht wurden; das Aufreißen von Straßen verursachte einen Schaden von 100.000 £P und 300mal wurden die Telephonleitungen durchschnitten, deren Reparatur die Postbehörden 80.000 £P kostete. Die direkten und indirekten Verluste der jüdischen Bevölkerung werden von Banken und Versicherungsgesellschaften mit 1.5 Millionen Pfund angegeben. Die arabischen Verluste dürften 150.000 £ betragen. JEWISH AGENCY. Dizengoff gestorben. Der Gründer und Bürgermeister von Tel Aviv, Meir Dizengoff, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Mit ihm ist einer der großen schöpferischen und repräsentativen Persönlichkeiten des Zionismus und des Jischuw dahingegangen. Seit frühester Jugend Zionist, war er schon vor einem halben Jahrhundert in Palästina tätig. Seine wichtigste Schöpfung war und blieb die Gründung von Tel Aviv, 1908/09. Ursprünglich eine kleine Vorstadt von Jaffa, aus 60 Häusern bestehend, ist Tel Aviv unter seiner Führung zu einer Stadt von heute über 130.000 Einwohnern, das ist eines Drittels des ganzen Jischuw, geworden. Dizengoffs Energie, unverwüstlicher Optimismus, seine bis zum letzten Atemzug unermüdliche Schaffenskraft, waren die Hauptmotoren für die Entwicklung der Stadt und all ihrer Errungenschaften, wie Messe, Strand, Museum, Hafen usw. Dizengoff war auch ein glänzender Repräsentant des Jischuw und hat als solcher bei allen Gelegenheiten Erfolge erzielt, z. B. hat er schon 1923 die schwierige Kunst vollbracht, für die damals noch kleine Stadt die erste Anleihe von 75.000 Dollar in Amerika zu erhalten, der im Laufe der Jahre immer größere folgten (zuletzt 1 Million Pfund von der »Prudential«). Dizengoff hat sich im Stadtrat außerhalb des Parteigetriebes gestellt und das Vertrauen aller Gruppen, auch das der Arbeiterschaft, genossen. Er hatte aber nicht nur für Tel Aviv, sondern auch für alle Angelegenheiten des Jischuw das größte Interesse und seine letzten Worte galten der Hebräischen Universität. Bei seinem Begräbnis zeigte sich seine Beliebtheit in einer in Palästina noch nicht dagewesenen Massenbeteiligung. Das Amt für jüdische Einwanderer aus Deutschland, Über die Tätigkeit dieser Stelle ist den Sitzungen der zionistischen Behörden vom August und September ausführlich berichtet worden. Die Eingänge des Central Bureau for the. Settlement of German Jews in Palestine in London waren vom Oktober 1933 bis Juni 1936 rund 131.000 £, von welchen 116.000 £ nach Palästina überwiesen wurden. Die Zahl der Einwanderer aus Deutschland in der Periode 1. Jänner 1933 bis Ende Juni 1936 war 29.222 oder 21% der jüdischen Gesamteinwanderung nach Palästina. 77% der Einwanderer waren bis zu 40 Jahre alt. Die »Rassco« verfügt heute über 75.800 £ Kapital. In Herzlia wurden von ihr 17.000 £ für Bodenkauf aufgewendet, es stehen 40 Siedler, 20 Hilfswirtschafts- und 20 Bauparzellen zum Verkauf. Bei Afule sind 850 Dunam gekauft worden. Von anderen Arbeiten sei die Anlage einer Vorstadtsiedlung von 150 Häusern, anschließend an Kirjath Bialik, erwähnt. Von der »Jugendalijah« sind bisher 1331 Seelen untergebracht worden, von denen 200 teils bereits ausgebildet, teils aus anderen Gründen ausgeschieden sind. Weitere 114 Jugendliche wurden nach Erstattung des Berichtes nach Palästina gebracht.- Gemeinsam mit der Hitachduth Olej Germania wurden von dem Central Bureau zahlreiche Beratungen, Kreditgewährungen, kulturelle und soziale Arbeit geleistet. Ein ständiges politisches Komitee, In der Schlußsitzung des Aktionskomitees in Zürich wurde die Einsetzung eines ständigen Komitees von 21 Mitgliedern zur politi-