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Palästina · 1936-10-01 · Heft 10 (Oktober 1936) · p. Seite 519

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 10 (Oktober 1936)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1936-10-01
Page
Seite 519 (sequence 2)
Language
German
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Kurs annahm; immer mehr Persönlichkeiten und Zeitungen vertraten die Ansicht, daß die Araber berechtigte Beschwerden haben und zunächst einmal durch eine vorübergehende Einstellung der jüdischen Einwanderung beruhigt werden müßten, damit die Königliche Kommission, an deren Spitze Lord Peel steht, unbefangen arbeiten und dann ihre Vorschläge unterbreiten kann. Es wurde auch der Jewish Agency von vielen Seiten nahe gelegt, freiwillig einen Schritt des Entgegenkommens zu tun, indem sie auf Einwanderung, bzw. wenigstens auf die nächste Schedule verzichte. Dies gerade schien aber der Jewish Agency untunlich, da es ein gefährliches Präjudiz gewesen wäre; wann immer, so meinte man, die Araber die jüdische Einwanderung stoppen wollten, könnten sie es dann in derselben Weise erreichen wie diesmal. Es ist tatsächlich gelungen, einen großen Teil der öffentlichen Meinung, insbesondere führende Zeitungen, wie die »Times«, für den Standpunkt der Jewish Agency zurückzugewinnen. Die Intrarisigenz der Araber und die beispiellose Grausamkeit gewisser arabischer Mordtaten kamen dabei der jüdischen Sache zu Hilfe. Dr. Weizmann hat das Verdienst, in einem neuen großen Aufklärungsfeldzug die zionistische Sache vor der englischen Öffentlichkeit vertreten zu haben. Die programmatischen Linien, die er dabei einhielt, sind am besten aus seinem inzwischen veröffentlichten Vortrag in der Londoner Royal Society for International Affairs vom 9. Juni enthalten. Im klaren Bewußtsein, daß durch ein jüdisches Maximalprogramm die Aussichten der englischen Unterstützung nur vermindert werden, stellte sich Weizmann — wie übrigens schon vor fünf Jahren — auf den Boden eines Programms politischer »Parität« zwischen Juden und Arabern. Er bezeichnet Palästina als das »gemeinsame Vaterland« beider Völker und sieht — übrigens in Übereinstimmung mit allen maßgebenden englischen. Quellen seit 1921 — die Hauptaufgabe darin, die begründete Furcht der Araber vor Überflutung durch die Juden zu beseitigen, denn diese Furcht sei das stärkste Hindernis, das immer wieder den Aufbau des Nationalheims stören müßte. Auf Grund von Zahlen, die im wesentlichen den Berechnungen Ruppins entnommen sind, zeigt Weizmann in seinen Reden, daß für beide Völker genügend Platz ist, wenn die Boden* reserven des Landes entsprechend entwickelt werden, und gerade hiezu bedarf es des jüdischen Kapitals und der jüdischen Arbeit. Es kann hier nicht auf alle Einzeleinwendungen, die von englischer Seite noch gemacht werden, eingegangen werden. Nur das eine sei erwähnt, daß die Lage des jüdischen Volkes in manchen Ländern und die Notwendigkeit einer konstruktiven Lösung der Judenfrage heute auch bei Behandlung des Palästina-Problems in England ein weit gewichtigeres Argument ist, als es noch vor wenigen Jahren war. Was die Beziehungen zu den Arabern betrifft, so machte die Veröffentlichung des Vertrages zwischen Weizmann und dem seinerzeitigen Emir Feisal (späteren König von Irak), der das jüdische Nationalheim anzuerkennen bereit war, einen großen Eindruck. Im übrigen hat im Verlauf einer Diskussion, die in den Spalten der »Times« vor sich ging (alle englischen Zeitungen und Zeitschriften brachten in diesen Monaten unzählige Zuschriften aller Art über das Palästina-Problem), Dr. Weizmann erklärt, daß die Jewish Agency jederzeit zu einer Round Table- Konferenz mit den Vertretern Englands und der Araber bereit ist. Die Tagung in Zürich vermochte freilich nicht viel mehr als die Berichte der Führer entgegenzunehmen. Sie fiel zeitlich zusammen mit einer äußersten Zuspitzung der Krise, da gerade während der Tagung Berichte aus London und Palästina einliefen, aus denen man entnehmen mußte, daß im Verfolg einer Vermittlungsaktion des irakischen Außenministers Nuri Pascha die Regierung eine Einstellung der jüdischen Einwanderung verfügen wird. Dr. Weizmann verließ die Sitzung er begab sich nach London, das Aktionskomitee verblieb in schwebender Pein, und die anschließende Ta-

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