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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 488

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
[Rezension] / l. r. m.
Date
1936-09-01
Page
Seite 488 (sequence 2)
Language
German
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liehen Grundlagen des Britischen Weltreiches und ihre wahrscheinliche Entwicklung umfassend darzustellen. Dabei betont der Autor, trotz aller Sorgen der Gegenwart und Zukunft, mehr das optimistische Moment ruhiger Entwicklung. Am Anfang stellt er fest, daß die große Schwierigkeit der Gegenwart das allmähliche Abstimmen der erreichten Methoden in Technik und Wissenschaft auf die Verwaltung und Beziehungen der Menschen und Gesellschaftseinheiten untereinander ist und aus der gegenwärtigen Diskrepanz von Technik und Politik die heutigen Spannungen sich ergeben. Für ihn stellt das Britische Weltreich nach außen hin den einzigen, wirklich neuen Versuch dar, durch Erziehung, allmähliche Erkenntnis der gemeinsamen Interessen, freiwillige und friedliche Zusammenarbeit freier, demokratisch regierter Völker die Probleme der Welt zu lösen. Rätestaat, totalitärer und korporativer Staat sind nur neue Namen für die uralte zentralistische Autokratie. Das britische Reich ist das Beispiel für die übrige Welt und innerhalb des Reiches ist es die Britische Gemeinschaft (Commonwealth) der Nationen, der fortgeschrittene Kreis der sich selbstverwaltenden, unabhängigen, souveränen Völker, die durch die Krone und ein starkes geistiges Gemeinsamkeitsgefühl miteinander verbunden sind. Indien und die anderen Teile des von Großbritannien verwalteten Reiches sind alle auf dem Wege den Status der Dominien zu erreichen und in die Gemeinschaft der Nationen aufgenommen zu werden. Die einzelnen verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Einrichtungen, welche auf der Grundlage der Balfour-Deklaration von 1926 und des Statutes von Westminster von 1931, die Gemeinschaft (Commonwealth), zusammenhalten und weiter entwickeln, wie Reichskonferenz usw. werden ebenso erörtert, wie verschiedene Einrichtungen, welche die Zusammenarbeit der Dominien noch enger gestalten sollen. Eine Reihe von Kapiteln sind den wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen und Verflechtungen innerhalb des Reiches^gewidmet. Es wird aber betont, daß das Komitee für Reichsverteidigung und die immer stärker werdende Notwendigkeit, überall die gemeinsamen Interessen und Verkehrswege zu verteidigen, das stärkste- Band zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft darstellt. Von besonderem Interesse für Zionisten ist das Kapitel über Wanderung im Britischen Reich, in welchem alle Schwierigkeiten die uns entgegenstehen, erörtert werden, ohne daß auf Palästina Bezug genommen wird. Nach dem Lesen dieses Abschnittes stehen die vom Zionismus überwundenen und noch zu überwindenden Schwierigkeiten erst im rechten Licht da. Auf Palästina und den Zionismus wird nur einmal (Seite 320) Bezug genommen, und zwar charakteristischer Weise in Verbindung mit der panislamitischen Frage und der Stellung der Mohammedaner in Indien. »Irgendein Verdacht, daß die Britische Regierung die Juden auf Kosten der Araber begünstigt, ruft sofort wichtige Bewegungen in der öffentlichen Meinung der indischen Mohammedaner hervor.« Am Ende des Werkes wird die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aller Nationen auf Grundlage der kollektiven Sicherheit, die Überwindung des Nationalstaates und die Gefährlichkeit des Aufschiebens von Fragen, die nur auf lange Sicht zu lösen sind, zugunsten von Verlegenheitslösungen Von Tag zu Tag prägnant herausgestellt. Das Werk ist durchaus empfehlenswert. 1. r. m. Was geht in Palästina vor? Von Eleasar Prai, Verlag Haschomer Hazair, Tel Aviv 5696, 64 Seiten. — Gegen einen Angriff auf den Zionismus in dem Organ der Sozialistischen Arbeiterpartei (S. A. P.) »Neue Front«, weist der Autor nach, daß der Zionismus nicht eine Bewegung des Imperialismus, der Ausbeutung, der Araber usw. ist. Es mutet nur seltsam an, daß er und seine Gruppe, von der man ja weiß, daß sie linkssozialistisch eingestellt ist, gerade den jetzigen Moment für geeignet halten, als Endziel eine internationale Arbeiterorganisation in Palästina, den revolutionären Klassenkampf gegen den Kapitalismus usw. zu proklamieren. Es scheint noch immer nicht die Zeit gekommen zu sein, in der die jüdisch-sozialistische Arbeiterschaft in Palästina end-

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