Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Der Jahresbericht der Regierung [Nachricht]
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
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Nach den Herkunftsländern kamen etwa 50% aller Einwanderer aus Polen und 14% aus Deutschland. Auch von diesen waren viele in Polen gebürtig. Einwanderung im August: Provisorische Ziffer 2865. LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Ein Überblick über die Landwirtschaft Dr. Ruppin gab in der »Jüdischen Rundschau« einen Überblick über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten fünf Jahren, die hauptsächlich durch die Ausdehnung der Orangenkultur, durch die starke jüdische Einwanderung und durch Auffindung von Grundwasservorkommen in bisher wasserarmen Gebieten, beherrscht ist. Im Jahre 1925 waren 30.000 Dunam mit Orangen bepflanzt, gegen 100.000 im Jahre 1931 und 300.000 im Jahre 1936. Die Hälfte der Pflanzungen ist in jüdischem, die andere Hälfte in arabischem Besitz. Die Ausfuhr von Orangen stieg von 2 Millionen Kisten im Jahre 1926/27 auf 2Y2 Millionen im Jahre 1930/31 und auf 7% Millionen im Jahre 1934/35. Im Jahre 1935/36 machte die Ausfuhr infolge abnormaler Witterungsverhältnisse anstatt 10 bloß 6 Millionen Kisten aus. Die Ausfuhr des laufenden Jahres wird auf 12 Millionen Kisten geschätzt. Bis zum Jahre 1934 erreichten die Einkünfte der Orangenpflanzer in kleineren Pflanzungen, bei Selbstarbeit, eine 15%ige Verzinsung des Anlagekapitals, bei größeren Pflanzungen, die Lohnarbeiter beschäftigen, eine solche von 8 bis 10%. Durch die starke Zunahme der weniger hochwertigen Früchte frisch angelegter Pflanzungen haben sich die Preise gesenkt und mit der Verengung der Märkte durch die Devisenbewirtschaftung hängt der Rückgang der Orangenkultur und damit das Aufhören der Anlage neuer Pflanzungen, zusammen. Durch die Einwanderung von 200.000 Juden in den letzten fünf Jahren hat sich der Markt für Gemüse und Milchprodukte sehr stark erweitert. Die Tnuvah, die den Verkauf des größten Teiles der Erzeugnisse der jüdischen Landwirtschaft auf genossenschaftlicher Grundlage betreibt, vermochte ihren Umsatz von 139.000 £ im Jahre 1931 auf 420.000 £ im Jahre 1934/35 zu erhöhen. In den gemischten landwirtschaftlichen Betrieben ist dementsprechend die jüdische Bevölkerung von 30.000 Seelen in 1930/31 auf 60.000 in 1934/35 gestiegen. Der Bestand an Milchvieh hat sich in derselben Zeit von 4000 auf 8000 Stück erhöht. Die im Jahre 1935 eingeführten landwirtschaftlichen Erzeugnisse zeigen die Ausdehnungsmöglichkeiten der jüdischen Landwirtschaft. Einfuhr 1935 Butter....... . für 191.294 £ Eier.........„ 138.209 £ Gemüse........„ 97.208 £ Obst........„ 204.235 £ Schlachtvieh ......„ 549.280 £ Die neuartigen Methoden zur Auffindung von Wasser haben gezeigt, daß nicht nur wie früher angenommen, in der Küstenebene, sondern auch in den Quertälern, wie Emek Jesreel, in der Tiefe von 10 bis 50 m reichlich Grundwasser zu finden ist. Allein aus dem Grundwasser können 4,000.000 Dunam bewässert werden, während heute nur 10% (400.000 Dunam) bewässert sind. Nach Meinung von Sachverständigen können auf den heute noch unbewässerten 3l/z Millionen Dunam statt der heute darauf siedelnden 35.000 Familien oder 175.000 Seelen, 175.000 Familien oder 875.000 Seelen angesetzt werden, so daß eine* zukünftige Bevölkerung von 3 bis 4 Millionen keine Phantasie ist. Wasserfunde in Beith Gan* In Beith Gan, in Unter-Galiläa, wurde im Auftrag der PICA, von Dr. W. Stern, ein außergewöhnlich reicher Wasserfund von zirka 300 m3