Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Die Wirkungen des Streiks auf die Landwirtschaft [Nachricht]
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 427 (sequence 2)
- Language
- German
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abnorm hohen Preisen eine geringe Verkaufsbewegung herrscht. Kartoffeln, Tomaten, Melonen und andere Gemüsesorten werden infolgedessen nicht abgesetzt. Milchprodukte, Geflügel und Eier erzielen hohe Preise, falls sie in die Städte gelangen, der größte Teil bleibt jedoch in den Dörfern und verdirbt. Die Fellachen und die Kaufleute, welche deren Ernten bevorschussen, erleiden schwere Verluste. Schlechte Ernteaussichten. Die Getreideernte ist normal ausgefallen bis auf den Bezirk Ghor im Norddistrikt und den östlichen Gebirgshängen. In diesen Gebieten hat eine Aussaat überhaupt nicht stattgefunden. Im Distrikt Gaza und im Norden, mit Ausnahme von Tulkarm und Akko, ist die Durrah- und Sesamernte schlecht ausgefallen. Die Hülsenfruchternte ist unterdurchschnittlich, die Maisernte im Emek und der Küstenebene normal. Die Sommerernte gibt mit wenigen Ausnahmen schlechte Erträge. Die Tabakernte ist im allgemeinen schlecht ausgefallen. Die Einfuhr von Milchvieh* Von Jänner bis Juni dieses Jahres wurden 1394 Stück Milchvieh gegen 481 in der gleichen Zeit des Vorjahres importiert. Davon aus Holland 417, Rumänien 393, Deutschland 333, Schweiz 186, Litauen 60, Irland 5. Wasserfunde, In Gederah wurde Wasser erbohrt mit Ergiebigkeit von 200 m^ pro Stunde. Das gleiche ist in Pardess Ghana der Fall. Esparsette, In Nr. 4/5 von »Hassadeh« berichtet Sarah Zimmermann über die Versuche der Landwirtschaftlichen Hochschule in Portici mit Anbau von Esparsette unter Bedingungen, die den palästinensischen so ähnlich sind, daß man ihre Ergebnisse verwenden kann. Sie kommt zu dem Schluß, daß es durchaus möglich ist, die Esparsette als unbewässerte Kultur zu bauen, wenn man sich nur an die als richtig ermittelten Methoden von Düngung und Bearbeitung des Bodens hält und die richtigen Sorten wählt. Dann ist es möglich, bis zu fünf Ernten jährlich zu erzielen und man erhält nicht nur ein an Nährstoffen reiches Futtermittel, sondern es wird auch der Boden durch diese Kultur an Stickstoffen bereichert. Die Konsolidierung der Landwirtschaft, Unter diesem Titel schreibt S. D. Joffe in »Hassadeh« Nr. 4/5 über die Mängel in verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft. Der Regenmangel des letzten Jahres hat deutlich gezeigt, daß man alle Anstrengungen machen müßte, um auch im K ö r n e r b a u, so weit als irgend möglich, künstliche Bewässerung zu verwenden, außerdem aber müßten Versuche in größerem Maßstab gemacht werden, um solche Getreidesorten zu ermitteln, die auch in Dürrejahren einen Ertrag liefern. — Die Orangen- und Grapefruitzüchter haben im letzten Jahr sehr darunter gelitten, daß die Preise auf den europäischen Märkten so niedrig waren und England einen so hohen Einfuhrzoll eingehoben hat, daß kaum die Produktionskosten gedeckt werden konnten. Ein organisiertes und energisches Vorgehen aller jüdischen Pardessbesitzer, Verkaufskooperativen und Exporteure müßte imstande sein, die Bedingungen zu verbessern. Außerdem müßte man zu erreichen versuchen, daß jene Länder, die einen starken Export ihrer Waren nach Palästina haben, auch Orangen und Grapefruit in entsprechendem Ausmaß von Palästina beziehen. Der Gemüsebau ist sehr gut entwickelt und bringt doch keine Gewinne. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Die Überschwemmung der Märkte mit Gemüse aus den Nachbarländern, die infolge ihrer niedrigen Produktionskosten zu Preisen liefern können, mit denen der palästinensische Gemüsebauer nicht konkurrieren kann und 2. die abnormal hohe Spannung zwischen dem Preis, den der Konsument zahlt und dem, den der Bauer erhält. Auch hier müßte ein konsequentes und gemeinsames Vorgehen Wandel schaffen. Die Rindviehzucht. In einer Artikelfolge in »Hassadeh« schreibt M e n a h e m Zentner über die Probleme der Rindviehzucht in Wirtschaften mit unbewässerbaren