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Palästina · 1936-08-01 · Heft 8 (August 1936) · p. Seite 419

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 8 (August 1936)
Article
Der Krieg gegen das Mandat [Nachricht]
Date
1936-08-01
Page
Seite 419 (sequence 2)
Language
German
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Firma Rock wegen Nichtbezahlung von Wechseln zeigt. (Ein Mitglied dieser Familie wirkt seit 1921 in der arabischen Exekutive mit.) Neben Gewaltmittel wenden die Führer der Araber auch alle geeigneten diplomatischen und propagandistischen Mittel an, um zu siegen. Ununterbrochen wird mit dem Emir von Transjordanien verhandelt und eine vorübergehende Spannung im Emirat ist sicher dazu angetan gewesen, den Druck auf den Hochkommissär zu verstärken. Als ein erfolgreiches Druckmittel hat sich auch das Memorandum der 137 arabischen Beamten erwiesen, das sich die arabischen Forderungen zu eigen macht und die Sperre der Einwanderung als einziges faires und humanes Mittel empfiehlt. Dieses Memorandum, das ein Novum in der Geschichte der britischen Beamtenschaft darstellt — denn ein Beamter hat entweder zu gehorchen oder zurückzutreten, aber nicht zu kritisieren —- zeigt ebenso wie die Aufhebung mehrerer Kollektivstrafen (z. B. der von 5000 £ für Gaza) durch den Oberrichter, der in der Begründung ausführte, der Hochkommissär habe seine Rechtsbefugnis durch Erlassung des Gesetzes betreffend die Verlängerung der Kollektivstrafen überschritten, daß die Autorität der Regierung stark gelitten hat. Schon vorher hatte das Oberste Gericht eine Beschwerde der Araber über die Sprengung von hundert Häusern der Altstadt von Jaffa zwar abgewiesen, aber in seinem von zwei Richtern gleichlautend abgegebenen Urteil die Haltung der Regierung schärfstens getadelt, die bei der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken versucht habe, als erfolgten die Sprengungen auf Grund hygienischer oder städtebaulicher Überlegungen, während sie in Wirklichkeit auf Grund der neuen Notverordnungen »aus Gründen der Landesverteidigung« durchgeführt worden seien; die Regierung habe in diesem Falle einen bedauerlichen Mangel an moralischen Mut bewiesen und sich hinter allerlei Ausflüchten versteckt, »worunter ihr Ansehen zweifellos gelitten habe«. Ein solches Urteil ist natürlich nicht dazu angetan, die Stellung der Regierung zu stärken. In London hat das Streikkomitee eine erfolgreiche Werbetätigkeit entfaltet und es verstanden, einen großen Teil der Presse auf ihre Seite zu bringen. Ein parlamentarisches pro-arabisches Komitee wurde reaktiviert und es ist den Arabern gelungen, viele maßgebende Personen und die öffentliche Meinung mit dem Gedanken der Einstellung der jüdischen Einwanderung vertraut zu machen. Der Kolonialsekretär hat am 30. Juli auf eine Anfrage im Unterhaus die Absicht, die jüdische Einwanderung für die Dauer der Arbeit der Königlichen Kommission einzustellen, nicht verneint, aber auch nicht bejaht. Die sofortige wörtliche Verlautbarung dieser Antwort im palästinensischen Radio läßt jedoch erkennen, daß eine Einstellung in Erwägung gezogen wird, trotzdem die Regierung erklärt hat, sie würde dem Terror nicht nachgeben. Die Ernennung der Königlichen Kommission zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet einen Versuch der Regierung, den Abbruch des Streiks zu beschleunigen. Denn früher erklärte sie, sie würde die Kommission erst nach Brechung des Terrors entsenden, heute aber, daß sie dies tun würde, wenn die Kommission die Möglichkeit haben werde, »sich im Lande zu bewegen«. Die Königliche Kommission» Am 31. Juli wurde die Königliche Kommission zur Untersuchung der Unruhen in Palästina ernannt. Ihr gehören an: Als Vorsitzender E a r 1 Peel, ehemaliger Staatssekretär für Indien, als stellvertretender Vorsitzender SirHorace Rumbold, ehemaliger britischer Botschafter in Berlin und Mitglied des Völkerbundkomitees für Auswanderungsfragen, Sir Laurie Hammond, früherer Gouverneur von Assam in Indien, Sir Morris Carter, früherer Oberrichter von Uganda und Tanganyika, Sir Harold Morris, Vorsitzender des Reichslohnausschusses der Eisenbahnen und des Industriegerichtes, Reginald Coupland, Professor für Kolonialgeschichte an der Universität Oxford und Mitglied der Kommission

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