Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Das Halbjahr
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 410 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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nach dem Auslande selbst, unbedingt vorzuziehen ist. Freilich muß es uns dann ermöglicht sein, in entsprechendem Grade auch die erwerbstätigen Schichten unserer Bevölkerung zu verstärken. Die Einwanderung muß sich nach jeder Richtung frei ausdehnen können; die richtige soziale Gliederung wird sich dann schon von selbst einstellen! Was schließlich die sonstigen Kategorien betrifft, so handelt es sich hier um Schüler (»Jugend- Alijah« aus Deutschland) und um Studenten (Hebräische Universität Jerusalem, Konservatorium Jerusalem, Technikon Haifa), ferner um Personen mit religiöser Beschäftigung (Rabbiner usw.), um Rentner, Kleinkapitalisten und Staatsbeamte. Betrachten wir nunmehr die nichtjüdische Palästina-Einwanderung, so erscheinen die amtlichen Zahlen erstaunlich gering, wenn wir uns des starken Zuzugs von hauranischen, ägyptischen und sudanesischen Arbeitern während der letzten Jahre erinnern. In der Tat ist dieser Menschenzustrom, der hauptsächlich über die transjordanische und Sinai-Grenze, weit abseits von den Kontrollstellen der Einwanderungsbehörde, hereinkam, zum wesentlichsten Teil offiziell überhaupt nicht zur Kenntnis genommen worden. »Was nicht in den Akten steht, existiert nicht auf der Welt!« In der Tat hat eine genaue statistische Erfassung nur bei den europäischen Nichtjuden stattgefunden, sowie bei solchen orientalischen Nichtjuden, die auf dem regulären See- oder Landwege eintrafen. Bis 1934 gruppierte die Regierungsstatistik die Nichtjuden nach Religionen, seit 1935 nach Volksstämmen. Gruppierung der nicht)üdischen Einwanderung: 1. Halbjahr 1934: 507 Christen, 95 Moslems, 1 Andersgläubiger. 1. Halbjahr 1935: 329'Araber, 567 Andersstämmige. 1. Halbjahr 1936: 359 Araber, 665 Andersstämmige. Für jeden Kenner der Verhältnisse ist es klar, daß hiemit die Hauptmasse der Zuwanderung aus den Nachbarländern nicht erfaßt worden ist. Die obigen Zahlen haben daher nur ein Kuriositätsinteresse zur Beurteilung der Methoden der amtlichen Einwanderungsstatistik Palästinas; wissenschaftlich und praktisch bieten sie nichts! Angesichts der gegenwärtigen Ereignisse im Lande wird schließlich der Hinweis nicht überflüssig sein, daß englische Militärpersonen (im Gegensatze zu Zivilbeamten) außerhalb der Einwanderungsstatistik bleiben, die Truppenbewegungen also in den Einwanderungsziffern keinen Widerhall finden. WIRTSCHAFT. Von Dr. J, Adler, Tel Aviv. Das Wirtschafts-Barometer: Juli 1936* Monatsbericht über den Palästina-Markt. Die allgemeine ökonomische Situation in Palästina hat sich im Zeitpunkt der Niederschrift dieser Bemerkungen Geld- und Kapitalmarkt (20. Juli) gegenüber dem Vormonat nicht wesentlich verändert. Die arabischen Streikunruhen, von Terrorakten begleitet, dauern fort und paralysieren den arabischen Wirtschaftssektor, während der jüdische Wirtschaftssektor unter großen Opfern und Anstrengungen der Parole »Business as usual« zu folgen strebt. Der kaltblütigen Haltung des Jischuw ist es zu verdanken, daß in unserem Lande, dessen wichtigste Verkehrsverbindungen immer wieder Überfällen und Sabotageversuchen ausgesetzt sind, überhaupt noch von regulärem Wirtschaftsleben, von geordnetem Handel und Wandel gesprochen werden kann, wofür insbesondere die normale Haltung des Geldumlaufs (6,206.134 £P am 1. Juli gegenüber 6,236.134 £P am 1. Juni und 6,211.134 £P am 1. Mai)