Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Die kolonisierende Tätigkeit der "American Zion Commonwealth" und der Keren Hajessod
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 391 (sequence 2)
- Language
- German
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Schwierigkeiten befanden, größere Summen zu investieren, um ihren Bodenbesitz zu retten.1 Im September 1914 wurde auf Initiative der Zionistischen Organisation in New York eine Gesellschaft »Zion Commonwealth« gegründet, die später ihren Namen in »American Zion Commonwealth« (Amzic) änderte. 1923 wurde in Deutschland und in Palästina eine Investition- und Bodengesellschaft »Meschek« gegründet. Sie begann ihre Tätigkeit in Europa zunächst als Agentur der Palestine Land Development Company, arbeitete aber dann selbständig weiter. Im Jahre 1927 erwarb die »American Zion Commonwealth« die Aktien der Gesellschaft »Meschek«. Diese beiden Gesellschaften zusammen mit einer privaten Gruppe gründeten 1925 die Aktiengesellschaft »Haifa Bay Development Company Ltd.«, die die Böden in der Haifa-Bay erwarb und sich deren Erschließung zum Ziel setzte. Zwei Drittel des Gesellschaftskapitals der Haifa Bay Development Co. befanden sich im Besitze der Gesellschaften »Amzic« und »Meschek«. Das ist in Kürze die Entstehungsgeschichte dieser Gesellschaften. In der Öffentlichkeit war die »American Zion Commonwealth« als die Hauptgesellschaft bekannt und die beiden anderen galten als ihre Tochtergesellschaften. Tatsächlich verhielt es sich auch so: die Amzic war auch für die beiden Gesellschaften die Geldquelle und deren Los war somit von dem ihren abhängig. Aus diesem Grunde richtete sich auch die seinerzeit an den drei Gesellschaften geübte Kritik in der Hauptsache gegen die Amzic. Bevor wir einen Überblick über die Arbeiten der Amzic und ihrer Tochtergesellschaften für die Auslösung größerer Bodenflächen Palästinas und ihre Besiedlung geben, dürfte es am Platze sein, zunächst kurz über den unmittelbaren Anlaß zu sprechen, der den Keren Hajessod als das nationale Finanzinstitut für den Aufbau Palästinas dazu führte, diesen Gesellschaften zu Hilfe zu eilen, als sie in Not gerieten. Die Krise in der Entwicklung der erwähnten Gesellschaften trat hauptsächlich im Jahre 1927 ein. Damals hörten die Käufer der Gesellschaften auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen, und unterbrachen ihre Zahlungen. Die Folge war, daß auch die Gesellschaften ihre eigenen Verpflichtungen gegenüber den arabischen Bodenverkäufern, denen fast alle Böden hypothekarisch verpfändet waren, nicht erfüllen konnten. Da die Hypothekenschulden nicht bezahlt wurden, wurde es den Gesellschaften unmöglich, Kuschane (Eigentumstitel) selbst für die Käufer zu erhalten, die den Preis für die von ihnen erworbenen Grundstücke voll bezahlt hatten. So entstand ein circulus vitiosus. Auch die Käufer, in der Hauptsache in Polen und in den Vereinigten Staaten lebende Juden, die ihre Zahlungen unterbrachen, taten dies unter dem Vorwand, sie hätten das Vertrauen verloren, daß die Gesellschaften ihnen Kuschane über die gekauften Böden geben würden, obwohl der tatsächliche Grund in der schweren Wirtschaftskrise lag, die damals, zur Zeit Grabskys, über die Juden Polens hinging, und später in der wirtschaftlichen und finanziellen Umwälzung in Amerika infolge des Wallstreet-Krachs. Die drei Gesellschaften hatten damals über 6500 Klienten; ein Teil von diesen lebte in Amerika, der Rest in verschiedenen europäischen Ländern. Als die gespannte Finanzlage der Gesellschaft bekannt wurde, wandten sich diese Leute an die zionistischen Zentralstellen mit der Bitte, man möge den Gesellschaften zu Hilfe kommen und dadurch das darin investierte Kapital retten. Es war klar, daß ein Bankrott der »Amzic« auch 1 Bei diesem Anlaß soll daran erinnert werden, daß die erste Anregung zum Erwerb der Haifa-Bay von Ing. Simon Reich, Haifa, ausging. Ing. Joseph Loewy, Haifa, nahm sie auf und seiner Initiative ist ein Hauptverdienst an der praktischen Durchführung zuzuschreiben.