Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Die Flüchtlinge [Nachricht]
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 374 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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STÄDTE* Jerusalem. Die Flüchtlinge» Auf Antrag der Regierung wurde die jüdische Bevölkerung Hebrons, 50 Erwachsene und 40 Kinder nach Jerusalem überführt, wo sie in Schulen untergebracht und von verschiedenen öffentlichen Institutionen betreut wurden. Die Regierung zahlt die Verpflegskosten von 3 Piaster pro Tag und Person. Die Mehrkosten werden von der Chaluka gezahlt. Auch ein Teil der armen jüdisch-orientalischen Familien der Altstadt, vor allem Bettler und Kranke, werden in der Churvah- Synagoge von der Gemeinde verpflegt. Tel Aviv* Schließung der Messe* Am 6. Juni wurde die Levante-Messe feierlich geschlossen. Etwa 300.000 Besucher wurden verzeichnet. Der Ausbau des Hafens* Die Mole des neuen Hafens von Tel Aviv ist bereits 123 mg lang. Beim Bau derselben besteht die Schwierigkeit, daß sich immer wieder Meeressand an die Mole anlegt und so das direkte Anlegen der Schiffe verhindert. Die Flüchtlinge aus Jaffa* In Tel Aviv befanden sich anfangs etwa 11.900 Flüchtlinge aus Jaffa, von denen 2500 privat ein Unterkommen fanden und 9400 von der Stadtverwaltung untergebracht wurden. Derzeit befinden sich noch 6000 Personen in den Flüchtlingslagern der Stadtverwaltung, für deren Ernährung 3 Piaster pro Tag und Person bewilligt wurden. 2 Piaster davon trägt die Regierung. Die Flüchtlinge sind in 80 Lagern, bzw. 55 Flüchtlingszentren, von denen das größte 700 Menschen faßt, untergebracht. Unter den Flüchtlingen befinden sich 1200 Kinder bis 3 Jahre und 200 zwischen 3 und 14 Jahren. Nur 600 Kinder konnten bisher in Schulen und Heimen untergebracht werden. Die allermeisten Flüchtlinge sind orientalische Juden, die das Hebräische nicht beherrschen und keinerlei Beziehung zum Leben des Jischuw haben. Ihre Umschichtung und Umsiedlung ist eine schwierige Aufgabe. Es wird der Bau von 1000 Wohnungen im Süden Tel Avivs gefordert, um diese Flüchtlinge unterzubringen. Haifa. Führung der Geschäfte durch den jüdischen Vizebürgermeister» In Vertretung des im Ausland auf Urlaub gegangenen Bürgermeisters, Hassan Schukri Bey, führt der jüdische Vizebürgermeister Sabbatai Levi die Geschäfte. Acht arabische Stadträte, die erklärten, am 15. Juni zurücktreten zu wollen, falls die arabischen Forderungen nicht erfüllt würden, wurden abgesetzt und ein neuer Stadtrat aus vier Juden, drei Engländern und drei Arabern — den Vizebürgermeister mitgerechnet, ernannt. Die Eröffnung von arabischen Läden anbefohlen« In Anwendung der Notstandsbestimmungen hat der Bezirkskommissär die Wiedereröffnung der arabischen Geschäfte am Alten Markt und in der Allenby- und Jaffastraße angeordnet. Hadar Hacarmel. Der eben veröffentlichte Jahresbericht von »Hadar Hacarmel« für das Jahr 5695 (Oktober 1934 bis September 1935) bringt, wie die früheren Berichte (vgl. »Palästina«, April 1935, Seite 221) eine eingehende Statistik über die weitere Entwicklung dieses wichtigsten, in sich abgeschlossenen jüdischen Teiles der Stadt Haifa. In 139 Neubauten und 99 Umbauten auf einem Flächenraum von 11.802 m2 wurden 3211 Wohnzimmer, 146 Läden, 3331 Räume Nebengelaß (Küchen,