Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Verluste der Nachbarländer [Nachricht]
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 365 (sequence 2)
- Language
- German
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daß die Kaufleute in Syrien, für dessen Erzeugnisse Palästina der größte Absatzmarkt ist, in arge finanzielle Schwierigkeiten gerieten und von der Regierung ein Moratorium verlangen. Der Libanon, zu dessen Sommergästen Palästina das größte Kontingent stellt, ist durch das Ausbleiben der jüdischen Touristen empfindlich getroffen. In Transjordanien liegt der Handel ebenfalls danieder, die Warenzufuhr aus Palästina ist fast ganz unterbunden. Die in Transjordanien durchgeführten Sammlungen für den Streikfonds haben ein sehr geringes Ergebnis geliefert. Wir bemerken dazu, daß der Streik den Nichtjuden im Lande und in den umgebenden Staaten praktisch vor Augen geführt hat, daß die arabische Wirtschaft in bedeutend größerem Maße von der jüdischen abhängt als umgekehrt. Bekanntlich trachten die Araber, den Jischuw auszupumpen. Nun wurde er zu einer Demonstration für dessen Bedeutung für ihre eigene Wirtschaft. Arabische Parteien. In dem Jahresbericht der Regierung an die Mandatskommission heißt es, daß es 1935 folgende sechs arabische Parteien gab: 1. Palästinensisch-arabische Partei, Leiter Dschemal al Husseini (dies ist die Muftipartei — die Red.). 2. Nationale Verteidigungs-Partei, Leiter Ragheb Bey Naschaschibi. 3. Reform-Partei (Dr. Khalidi). 4. Nationaler Block, Leiter Abdul Hatif Bey Sahah (Nablus). 5. Kongreßexekutive der nationalistischen Jugend, Leiter Jakub eff. Ghussein. 6. Istiklal-(Unabhängigkeits) Partei, Leiter Auni Bey Abdul Hadi. Der Bericht sagt, daß das Jahr mit Parteikämpfen begann, bis auf den Druck der öffentlichen Meinung eine Einigung unter den Gruppen mit Ausnahme der Istiklal- Partei so weit hergestellt wurde, daß dem Oberkommissär gemeinsame Forderungen gestellt wurden. Die Istiklal-Partei war für Non Coperation und griff die Regierung scharf an' Syrien. Jüdische Firmen für den Palästina-Boykott, Wir entnehmen der syrischen Presse, daß der arabisch-nationalistische «Führer Nasib el Bakri den Juden in Damaskus erklärt hat, daß eine Belieferung der palästinensischen Juden mit Lebensmitteln eine Sünde gegen die arabische Nation Syriens wäre; ähnliches geschah in anderen Städten. Der jüdische Deputierte von Damaskus, Jusuff Lanyado, erklärte im Blatte »al Ayam«, daß die jüdischen Kaufleute geschworen hätten, nichts nach Palästina zu liefern. Es habe sich ein Überwachungskomitee aus jüdischen Jugendlichen gebildet, Lanyado erklärte ferner, daß die Juden von Damaskus Araber seien und deren Gefühle teilen, gegen den Zionismus seien sie immun. Die Verhandlungen wegen der Unabhängigkeit« Oberkommissär de Martel erklärte vor seiner Rückreise dem »Vendredi« (Paris), daß es noch viele Schwierigkeiten wegen des Vertrages Frankreich—Syrien gäbe. Er werde ein Komitee aus allen Bevölkerungsklassen zur Beratung über die bestehenden großen Schwierigkeiten einsetzen. Der Vertrauensmann der Moslem, Riyad es Sulh, der den Vertrag entworfen hatte, beschuldigt im »Mokhattam« von Kairo die französischen Beamten in Syrien, daß sie dem Vertragsabschluß Schwierigkeiten bereiten. Sie wollen, daß die französischen Truppen in Syrien bleiben, Blum habe aber Riyad genügende Zusagen gemacht und sein Ministerium wolle schon aus Ersparnisgründen Syrien freigeben, da es Frankreich 300 Millionen Francs jährlich kostet. (Bekanntlich kostet die Verwaltung Palästinas die Mandatarmacht keinen Groschen. Bezüglich der Militärklauseln im Unabhängigkeitsvertrag von Irak ist den Engländern das Recht, eine Garnison zu halten, eingeräumt worden. Die englische Militärmacht basiert dort hauptsächlich auf der Flugwaffe und die innere Ordnung im Irak wird von dieser aufrechterhalten. —- Die Red.)