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Palästina · 1936-07-01 · Heft 7 (Juli 1936) · p. Seite 348

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 7 (Juli 1936)
Article
Die Struktur der Bevölkerung Palästinas als Schlüssel für die Zusammensetzung des Legislative Council
Date
1936-07-01
Page
Seite 348 (sequence 5)
Language
German
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In Pfund abgerundet 1. Städte mit rein jüdischer Bevölkerung........... 119.000 2. Städte mit arabisch-jüdischer Bevölkerung: Jerusalem, Haifa, Jaffa, Tiberias, Safed.................. 156.000 3. Städte mit rein arabischer Bevölkerung.......... 53.0006 Die Städte mit gemischter Bevölkerung zählten 1930 rund 130.000 Araber und 75.000 Juden, Wenn wir trotz der bedeutend höheren Steuerleistung der Juden (per Kopf betrug sie in Tel Aviv 2,300 £P, in der höchst besteuerten arabischen Stadt Gaza: 0.600 £P) dieses Aufkommen ungefähr nach dem Bevölkerungsschlüssel aufteilen: Juden 56.000 £P, Araber 100.000 £P, so kommen wir für 1930 auf eine gesamte Munizipalsteuerleistung von: Juden 175.000 £P, Araber 153.000 £P. Inzwischen ist aber die städtische Bevölkerung gestiegen um: Juden ...... 170.000 Araber...... 32.000 Die Juden sind heute in den Städten sogar an absoluter Kopfzahl den Arabern überlegen und die Munizipalsteuerleistung dürfte in Wirklichkeit zwei- bis dreimal so groß sein, wie die der Araber. Dies erhellt schon allein daraus, daß die Steuereingänge in Tel Aviv sich seit 1930 um 100.000 £ erhöht haben. Auf dem Lande kann man als Vergleichswert die Höhe des in den Boden investierten Kapitals annehmen, der maßgebend ist für die Weiterentwicklung und Wertsteigerung der gesamten Volkswirtschaft. Die jüngste Schätzung die darüber vorliegt, wertet diese Investitionen für beide Volksteile hoch: Millionen Pfund (ohne Bodenwert): Juden: Investiert in Zitrus 11, in anderer Landwirtschaft 4 15 Araber: Investiert in Zitrus 7, in anderer Landwirtschaft 8 15 7 Die Vorlage der Regierung sieht keine Mindeststeuerleistung vor. Sie geht also, was selbst in keinem europäischen Lande je geschehen ist, von einem völlig vertretungslosen Zustand über in einen parlamentarischen mit allgemeinem Wahlrecht auch für Analphabeten und Luftmenschen. Produktion. Die Schätzungen der Anteile der Juden an der Produktion Palästinas zeigen, daß deren Leistung mit 10.8, die der Araber mit 6.7 Millionen Pfund anzusetzen sind8. Letztere Zahl mit 100 angenommen, ist.die Verhältniszahl bei den Juden 161%, also mehr als das Anderthalbfache. Mit Absicht wurden hier zumeist bloße Vergleichsziffern gegeben und fast nichts über Qualitäts- und Bedeutungsunterschiede des jüdischen Bildungs-, Produktions-, Finanzwesens usw. gesagt, ferner sehr wenig darüber, daß sich durch weitere jüdische Einwanderung und Aufbauarbeit diese Vergleichsziffern sprunghaft zu Gunsten der Juden verändern. Es sollte hier nur eines gezeigt werden: Wenn vom Standpunkt des Mandatszweckes, also aus politischen Rücksichten, von den Juden die Forderung aufgestellt werden muß, daß sie in einem gesetzgebenden Rat, falls er zustande käme, zumindest mit 50% der Delegierten vertreten sein müßten, so ist diese Forderung auch durch die soziologischen Tatsachen im Lande allein vollkommen begründet, abgesehen von allen politischen Erwägungen. 6 Siehe Dr. Granovsky: The Fiscal System of Palestine, Jerusalem 1935, Seite 265. 7 Siehe Dr. J. Adler: loc. cit. 8 Siehe Dr. J. Adler: loc. cit.

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