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Palästina · 1936-07-01 · Heft 7 (Juli 1936) · p. Seite 330

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 7 (Juli 1936)
Article
Die Genossenschaft-Organisationen Palästinas
Date
1936-07-01
Page
Seite 330 (sequence 2)
Language
German
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schaftlich-wirtschaftlichem als »Chevrath Haovdim«, die eine Dachorganisation der wirtschaftlichen Unternehmungen der Arbeiterbewegung darstellt. Die Arbeiterklasse in Palästina ist nicht nur der Genossenschaftsidee sehr ergeben, sondern wertet auch die Bedeutung und den Nutzen des genossenschaftlichen Zusammenwirkens sehr hoch. Die Arbeiterschaft hat es verstanden, die Genossenschaftsbewegung — über den Rahmen der jüdischen Wirtschaft hinaus — zu einem wichtigen Faktor des gesamten palästinensischen Wirtschaftslebens zu machen. In derselben Richtung wirkten die bürgerlichen Kreditgenossenschaften, deren zentrale Institutionen um die Ausbreitung des Genossenschaftswesens in Palästina eifrig bemüht sind und die sich unter den jüdischen Wirtschaftsunternehmen Palästinas einen wichtigen Platz erobert haben. Noch vor zwei bis drei Jahren konnte man das palästinensische Genossenschaftswesen mit dem jüdischen identifizieren, da im arabischen Sektor kaum irgendwelche Regungen einer Genossenschaftsbewegung zu spüren waren. Aber in der letzten Zeit hat sich die Situation geändert. Wir werden weiter unten Ziffern über die Lage der Genossenschaftsbewegung in Palästina — gesondert nach jüdftchen und arabischen Genossenschaften — angeben, aus denen der große quantitative Unterschied zwischen den beiden nationalen Sektoren des palästinensischen Genossenschaftswesens deutlich hervorgeht. Hier wollen wir nur darauf hinweisen, daß zwischen diesen beiden Sektoren auch ein großer wesensmäßiger Unterschied in doppelter Hinsicht besteht: 1. die jüdische Genossenschaftsorganisation ist erheblich vielseitiger, als die arabische; 2. die jüdischen Genossenschaften sind lediglich auf die eigene Initiative jüdischer Bevölkerungskreise zurückzuführen, die aus ökonomischen oder sozialen Gründen an dem Entstehen gewisser Zweige der Genossenschaftsorganisation interessiert waren; im Gegensatz dazu ist der Anfang der arabischen Genossenschaftsbewegung im wesentlichen der Initiative der palästinensischen Regierung zuzuschreiben: insbesondere haben zu ihrer Entwicklung die Anregungen beigetragen, die von der 1933 gegründeten Abteilung zur Registrierung der Genossenschaften ausgingen. Wollten wir einen mehr oder weniger breiten historischen Exkurs einschieben, so müßten wir erwähnen, daß die Wurzeln der jüdischen Genossenschaftsorganisationen in Palästina bis in die Vorkriegszeit zurückreichen, freilich waren in jener Zeit noch keine deutlichen Spuren genossenschaftlicher Entwicklung auf dem schmalen Hintergrund der halbfeudalistischen Wirtschaft erkennbar. Ein absolut anderes Gesicht bekamen diese Erscheinungen nach dem Kriege, mit dem Abschluß der Friedensverträge und dem Beginn einer verstärkten jüdischen Alijah: Die damaligen wirtschaftlichen und soziologischen Stimmungen bildeten überdies eine günstige Voraussetzung für die Entwicklung der palästinensischen Genossenschaftsbewegung, für ihre vielseitige Ausgestaltung und für ihre Verwurzelung in der palästinensischen Wirtschaft. Eine besonders vielseitige Tätigkeit entwickelte auf diesem Gebiete die palästinensische Arbeiterbewegung durch Gründung von Siedlungs- und Produktionsgenossenschaften, durch die Entwicklung von Konsum- und Absatzgenossenschaften, von Kredit-, Bau- und Versicherungsgenossenschaften u. dgL m. Demgegenüber beschränkte sich die Tätigkeit der bürgerlichen Genossenschaften vornehmlich auf zwei Gebiete: auf die Entwicklung der Absatzgenossenschaften für Zitrusfrüchte und auf die Errichtung von Genossenschaften kreditwirtschaftlichen Charakters. Letztere haben sich in der palästinensischen Kreditwirtschaft einen einflußreichen Platz erobert. Das schnelle Anwachsen der Genossenschaften in den letzten Jahren beweisen die folgenden Zahlen: Ende 1934 bestanden in Palästina 598 Genossenschaften, im Ok-

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