Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- None (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379947--22981-2408529- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
PALÄSTINA ZEITSCHRIFT EUR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIX. Jahrg. " Juli 1936 Nr. 7 Die Genossenschafts-Organisationen Palästinas Von Dr. Isaac Gelfat, Chefredakteur des »Hameschek Haschitufi«, Dozent an der Hochschule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft, Tel Aviv. 1* Allgemeiner Überblick« Die palästinensische Genossenschaftsbewegung gehört zu den jüngsten Genossenschaftsbewegungen in der Welt. Aber trotz ihres erst kurzen Bestehens zeichnet sie sich durch große Vielseitigkeit und weitgehenden Einfluß auf das Leben der Palästinenser, vor allem der jüdischen Einwohner, aus, die bis zum heutigen Tage die Initiatoren und Führer der Bewegung sind. Wer sich um eine Einteilung der Genossenschaftsorganisationen Palästinas unter dem Gesichtspunkt ihres Wirkungskreises bemüht, kann feststellen, daß es kaum einen mehr oder weniger wichtigen Wirtschaftszweig gibt, in dem nicht auch die Genossenschaftsorganisationen Fuß gefaßt haben: in der Landwirtschaft, in der Industrie, im Handwerk, im Handel, in der Konsumtionssphäre, im Kreditwesen, im Transport, in all diesen Zweigen schlug der Genossenschaftsgedanke Wurzel, wenn er sich auch nicht überall mit demselben Erfolg durchsetzen konnte. Neben dem funktionalen Kriterium des Berufes verwendet man in Palästina, wie in den anderen Ländern, zur Einteilung ideologisch-soziologische Merkmale. Unter diesem Gesichtspunkt läßt sich das palästinensische Genossenschaftswesen einteilen: 1. in die neutralen bürgerlichen Genossenschaften und 2. in die sozialistischen Arbeitergenossenschaften. Die ersteren umfassen die Genossenschaftsorganisationen der begüterten Schichten und des Mittelstandes. Ihre sogenannte Neutralität besteht für viele dieser Genossenschaften nur rein äußerlich im Namen; denn es gibt unter ihnen viele, deren ganzes Wirken von Anfang an unter einer politischen Idee stand und noch steht (beispielsweise die Genossenschaften der Bauernvereinigung), andere wieder müssen ihre Handlungen mit ihren religiösen Auffassungen in Einklang zu bringen suchen (wie die Wirtschaftsorganisationen des Misradim usw.). Die zweite Hauptart der Genossenschaften umfaßt das vielmaschige Netz der Wirtschaftsunternehmungen der palästinensischen Arbeiterbewegung. Linter syndikalistisch-beruflichem Gesichtspunkt ist sie als Histadruth organisiert, unter genossen-