Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1936)
- Article
- Wechsel im Kolonialministerium [Nachricht]
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 312 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1924 und 1924 bis 1929 den Posten eines Unterstaatssekretärs für Kolonien und vertrat in dieser Eigenschaft wiederholt Großbritannien vor der Mandatskommission des Völkerbundes. Er hat sich stets als Freund des Zionismus gezeigt. Sitzung der Mandatskommission«. Am 27. Mai trat die Mandatskommission des Völkerbundes unter dem Vorsitz des Marchese Theodoli (Italien) zu ihrer regelmäßigen Tagung zusammen. Unter anderem Material lag der Kommission ein ausführlicher Bericht der Jewish Agency über die Ereignisse in Palästina vor. Fortdauer der Unruhen« Im abgelaufenen Monat haben die Unruhen im ganzen Lande fortgedauert. Überall fanden Angriffe auf jüdisches Leben und Eigentum statt. Bombenwürfe, Feuerüberfälle, Brandstiftungen, Ausrodung und Zerstörung von Bäumen, Getreidefeldern und Zitruspflanzungen, gewaltsame Abmähung von stehenden Halmen, Hineintreiben von Vieh in Getreidefelder, Aufreißung von Straßen und Bestreuung derselben mit Nägeln und Glas, Errichtung anderer Verkehrshindernisse, Durchschneidung von Telephon- und elektrischen Leitungen — dies sind die Formen, in denen sich der Kampf gegen die Juden abspielt. Dazu kommen sich immer häufende Zusammenstöße arabischer Trupps mit den britischen Besatzungstruppen auch in den rein arabischen Städten und Landesteilen, so in Tulkarm, Nablus, Gaza, Jaffa, die in der letzten Zeit den Unruhen mehr und mehr die Signatur geben. Der von den arabischen Führern ausgerufene Generalstreik hat durch den am 15. Mai verkündeten Steuerstreik eine Verstärkung erfahren. Der nun mehr als sechs Wochen dauernde Generalstreik der Araber hat diesen schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt und wird auch nicht lückenlos durchgeführt. Die Weiterarbeit im Hafen von Haifa bildet eine beachtenswerte Ausnahme. Der Streik hat die Regierung dazu veranlaßt, seit langem erhobene Forderungen des Jischuw, nämlich die Errichtung einer Anlegestelle in Tel Aviv, zunächst provisorisch, und die Verlegung der Distrikts- und Gerichtsbehörden dorthin zu erfüllen. Die Regierung hat ziemlich bedeutende Truppenabteilungen von Ägypten herbeigeholt und eine Reihe mehr oder weniger wirksamer Strafmaßnahmen gegen die aufständischen Araber ergriffen, wie Bestrafung einiger Führer mit Geldstrafen von 25 £P, Verbannung anderer nach abgelegenen Dörfern, provisorische Suspendierung des Bürgermeisters von Jerusalem, Kündigung der Verträge über den Truppentransport mit arabischen Unternehmungen und Abschluß von solchen mit jüdischen Unternehmungen usw. Es war auch notwendig, über das ganze Land den Belagerungszustand zu verhängen und die Straßen, sowie das angrenzende Terrain unter Kriegsrecht zu stellen und den Autoverkehr von einer besonderen Erlaubnis abhängig zu machen. In einer Sitzung des Unterhauses gab der damalige Kolonialsekretär Thomas auf eine Anfrage die Erklärung ab, daß die britische Regierung eine Kommission nach Palästina entsenden würde, um die Lage zu untersuchen, diese aber nicht berechtigt sein sollte, das Mandat als solches zu untersuchen. Die bisherigen Verluste, Seit 19. April bis 25. Mai wurden getötet: 28 Juden, 25 Moslems, 2 christliche Araber und 2 nichtjüdische Europäer, verwundet 105 Juden, 182 Moslems, 44 christliche Araber und 17 nichtjüdische Europäer, davon 8 Zivilisten, 1 Polizist und 2 Soldaten. Verhaftet wurden bisher 969 Araber und 275 Juden, von welch letzteren der größte Teil bereits wieder freigegeben wurde. Die britischen Truppeneinheiten in Palästina« Zur Zeit befinden sich in Palästina das erste Bataillon der Seaforth Hochlandinfanterie, das zweite Bataillon der Cameron Hochlandinfanterie (ein Leibregiment der Königin), das erste Bataillon der königlich schottischen Füsiliere, das erste Bataillon des Lancashire Regiments, das zweite Betaillon des Bedford und Hertfordshire Regiments, je eine Kompanie des Tank-Korps und