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Palästina · 1936-06-01 · Heft 6 (Juni 1936) · p. None

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 6 (Juni 1936)
Date
1936-06-01
Page
None (sequence 3)
Language
German
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PALÄSTINA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIX. Jahrg. Juni 1936 Nr. 6 Palästinensische Industriezollpolitik Von Dr. Alfred Marcus, Haifa. Die Notwendigkeit einer Förderung, und zwar einer planmäßigen Förderung der industriellen Entwicklung Palästinas im jüdischen Interesse, kann heute als allgemein anerkannt vorausgesetzt werden. Die bisher vorhandenen Ansätze sind vielversprechend. Aber es sind doch nur Ansätze, deren Fortentwicklung notwendig ist, aber auch als möglich erscheint, wenn man sich überlegt, daß der Wert unserer Einfuhr an Industrieerzeugnissen auch heute noch ebensogroß, wenn nicht größer ist, als der Wert der Produktion unserer eigenen Industrie. Das ist ein Verhältnis, das auch dann nicht aufrecht erhalten werden kann, wenn man den agrarischen Charakter der palästinensischen Wirtschaft keineswegs außer acht läßt, sondern sogar betont. Aber aus Gründen der Handelsbilanz des Landes und vor allem aus solchen, die mit der Kapazität Palästinas für neue Einwanderung in engstem Zusammenhang stehen, muß dieses Verhältnis zu Gunsten der palästinensischen Produktion geändert werden. Ohne Autarkiegedanken nachdrücklich zu betonen, müssen wir doch danach streben, den Import fremder Arbeitskraft dadurch zu verringern, daß wir weniger industrielle Fertigwaren einführen und statt dessen mehr Halbzeuge und Rohstoffe im Lande verarbeiten, die zwar auch zum weitaus größten Teile importiert werden müssen und sogar sollen, die aber doch durch ihre Weiterverarbeitung zur Fertigware der Betätigung jüdischer Arbeitskraft im Lande Spielraum geben. Es ist klar, daß eine Arbeit in dieser Richtung von jüdischer Seite her auch das Vorliegen eines bestimmten zollpolitischen Programms erforderlich macht, denn unsere Industriepolitik hier im Lande ist, wenn auch nicht allein, so doch in weiten Teilen abhängig von gewissen zollpolitischen Gegebenheiten. Diese sind zur Zeit wenig befriedigend. Es ist richtig, daß die Regierung dem Grundsatz nach früher eine Politik machte, die nicht gerade industriefeindlich war, man konnte aber auch nicht sagen, sie sei industriefreundlich gewesen. Erst in letzter Zeit hat sich das geändert. Es scheint überhaupt, als ob die zuständigen Regierungsstellen bisher in dieser Hinsicht kein klares Programm hatten, sondern nach einem solchen suchten, und im Augenblick sogar damit beschäftigt sind, gewisse theoretische Grundfragen für ihre Weiterarbeit auf zollpolitischem Gebiet zu klären. Während im Jahre 1935 die gesetzgeberische Aktivität auf zollpolitischem Gebiet nicht sehr bedeutend war, ist zu Anfang 1936 (durch die Verordnung vom 22. Jänner 1936)

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