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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 266

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Die blutigen Unruhen der letzten Aprilwochen [Nachricht]
Date
1936-05-01
Page
Seite 266 (sequence 2)
Language
German
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dämmen, erfolgte aber zu spät, um sie zu verhindern. Über Jaffa und Tel Aviv wurde der Belagerungszustand verhängt und etwa 9500 in Jaffa wohnhafte Juden flüchteten nach Tel Aviv, wo sie von den städtischen Behörden verpflegt wurden. Auch am Montag, Dienstag und Mittwoch kam es in Jaffa zu neuerlichen Überfällen auf Juden, die mehrere Todesopfer und Schwerverwundete forderten. Immer wieder versuchten Araber nach Tel Aviv einzudringen und es gelang ihnen auch, zahlreiche Häuser, z. B. in Newe ScHalom, in Brand zu stecken. Mittlerweile hatte die Regierung noch am Sonntag eine Kundgebung erlassen, in der sie die Überfälle von Juden auf Araber als falsche Gerüchte bezeichnete und zur Ruhe aufforderte. Am Donnerstag erklärten die Führer der arabischen Parteien den Generalstreik im ganzen Land und veranstalteten am Freitag eine Demonstration in Jerusalem, die ohne weitere Zwischenfälle verlief. Die folgenden Tage kam es im ganzen Lande zu Brandstiftungen, Sabotageakten und kleineren Feuerüberfällen auf Juden. Besonders Felder und Baumpflanzungen wurden verwüstet. In arabischen Städten wie Dschenin, Tulkarm und Nablus, aber auch in Safed, Nazareth und Jerusalem kam es infolge des Generalstreiks zu Zusammenstößen mit der Polizei und dem britischen Militär (Safed). In Jaffa und Haifa wurden **von jugendlichen, arabischen Nationalisten Terrorakte gegen Araber verübt, die sich der Generalstreikparole nicht fügen wollten. An den Unruhen waren neben den Jugendorganisationen auch eingewanderte Hauranier besonders beteiligt. In Jaffa und Haifa haben anderseits Kaufleute und Arbeiter vielfach bedrohte Juden geschützt und in Sicherheit gebracht. Für einige Tage war der Autobusverkehr im ganzen Lande eingestellt und gegenwärtig wickelt sich der Autoverkehr meist in eskortierten Kolonnen ab. Der Belagerungszustand wurde nur mehr für das Manschijeh- und Keren-Hatemanim-Viertel aufrechterhalten. Die Unsicherheit auf den Straßen, die Überfälle auf Juden und anderer Europäer, die für Juden gehalten werden und die Spannung zwischen Arabern und Juden dauern an. Die Zahl der Opfer* Bisher wurden 24 Juden getötet, 25 schwer, 50 leicht verletzt. 12 Polizisten wurden verletzt. Die Zahl der getöteten und verwundeten Araber ist nicht genau bekannt, es dürften aber mindestens 20 Tote und etwa 50 Verwundete sein. Der Generalstreik der Araber* Die arabischen Parteiführer, die den Generalstreik proklamierten, haben es in einer Audienz beim Hochkommissär abgelehnt, der vielbesprochenen Einladung des Hochkommissärs und des Staatssekretärs für Kolonien, zu Verhandlungen über den Legislative Council eine Abordnung nach London zu schicken, nachzukommen. In einer am 26. April stattgefundenen Versammlung beschlossen die Parteiführer nicht eher eine Abordnung nach London zu entsenden, bis die jüdische Einwanderung und der Bodenverkauf an Juden verboten würde. Zur Durchführung des Generalstreiks wurde ein 15gliedriger Nationalrat eingesetzt, dem der Mufti, selbst Regierungsbeamter und der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Hussein Chaldi, angehören. Die Versammlung beschloß auch, offenbar unter dem Einfluß des Erfolges der syrischen Nationalisten, mit der Regierung nicht zusammenzuarbeiten (non co-operation). ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. Rangerhöhung des Hochkommissärs« Der Hochkommissär Sir Arthur Wauchope, bisher General-Leutnant, wurde zum General befördert. Der Überschuß im Verwaltungshaushalt* Das mit 31. März 1936 abschließende Rechnungsjahr ergab einen Überschuß von 2 Millionen Pfund, so daß sich die Reserven der Regierung jetzt auf 6,750.000 £ belaufen.

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