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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt in Palästina
Date
1936-05-01
Page
Seite 247 (sequence 5)
Language
German
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Errungenschaften haben der jüdischen Landwirtschaft ganz neue verheißungsvolle Bahnen gewiesen. Einiges davon soll hier geschildert werden. Ackerbau. Hier sind frappante Resultate erzielt worden. Die elende Lage des Ackerbaues vor dem Kriege wurde bereits erwähnt. Die jüdischen Bauern der alten Generation konnten keine höheren Erträge aus ihren Wirtschaften herausholen, als ihre arabischen Nachbarn. 60 kg Weizen pro Dunam galt als der Durchschnittsertrag jener Zeit. In Feldversuchen hat die Versuchsstation bewiesen, daß man bei entsprechender Bearbeitung des Bodens auch bis 250 kg pro Dunam gewinnen kann. Der heutige Durchschnittsertrag der modernen jüdischen Wirtschaften beträgt 150 kg Weizen pro Dunam. Diese Resultate sind nur dank der Einführung des reingezüchteten Saatgutes, ferner durch neu erprobte Bestellungs-, Düngungs- und Fruchtwechselmethoden ermöglicht worden. Eine große Neuerung bedeutet die Einführung von Mais als Sommerfrucht und Grünfutter. Die rationelle Viehhaltung in Palästina ist nur durch diese Kultur ermöglicht worden. Obstbau. Zur Konsolidierung der neuen landwirtschaftlichen Betriebe hat die Einführung von Tafelobst, im besonderen von Tafeltrauben, sehr viel beigetragen. In Kirjath Anawim befinden sich zirka 300 Sorten Fruchtbäume, von denen fünfzig bereits vielversprechend sind. Im Versuchsgarten von Gewath sind Versuche mit 28 Rebensorten und 40 Feigensorten, sowie einer größeren Anzahl verschiedener Baumfruchtarten gemacht worden. Ausschlaggebend für die Förderung des Obst- und Rebenanbaues im Emek und im Jordantal war die gewährte Belehrung und Anleitung zur Einführung neuer Methoden des Anbaues, der Beschneidung der Bäume, der Düngung, Bewässerung, sowie Verpackung der Früchte. Diese Siedlungen beliefern das ganze Land mit edlen Tafeltrauben. Im Monat Mai bringen die jüdischen Siedlungen des Emek ihre Erstlingstrauben auf den Markt, während Trauben arabischer Produktion erst in den Monaten Juli bis August auf den Markt erscheinen. Milchwirtschaft. Von den Erfolgen, die in Ben Schemen in diesem Zweig der Landwirtschaft erzielt worden sind, wurde schon gesprochen. Leider war die Versuchsstation aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage, in der ersten Zeit einen eigenen Kuhstall zu installieren. Dieser ist erst in den letzten Jahren mit Hilfe der Zuwendungen des Empire Marketing Board, London, errichtet worden. Es werden dort Fütterungsversuche an Kühen angestellt. In der letzten Zeit hat die Versuchsstation in der chemischen Abteilung eine eigene Sektion für Milchprodukte eröffnet. Einen besonderen praktischen Wert erhält die Einführung der Reinzüchtung von Mikroorganismen der Butter, des Kefirs und der Lebben-Sauermilch. Im Anschluß an diese Arbeiten schickt sich die »Tnuvah« an, eine große Milchwirtschaft, die speziell der Forschung der Nebenprodukte der Milch gewidmet sein soll, zu gründen. Die Versuchsstation hat Anweisungen bezüglich der Anschaffung und der Aufzucht des Viehs erteilt, rationelle Fütterung, hygienische Haltung, Melkmethoden, Führung eines Herdenbuches, und scharfe Kontrolle des Milchertrages gelehrt. Die Resultate dieser Arbeit spiegelten sich deutlich in der Steigerung der Milcherträge, die gegenüber dem Vorkriegsertrag von 700 Litern einer arabischen Kuh auf 3500 bis 4000 Liter der neuen Kreuzungsarten gestiegen sind. Geflügelzucht. Wie bereits erwähnt, sind die ersten Grundlagen zu diesem Landwirtschaftszweig in Ben Schemen gelegt worden. Die einheimischen Hühner der Fellachen sowie die der jüdischen Bauern der alten Siedlungen legten nicht mehr als 50 bis 60 Eier pro Jahr. Die Versuchsstation hat auf diesem Gebiete besondere Erfolge

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