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Palästina · 1936-04-01 · Heft 4 (April 1936) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 4 (April 1936)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas II.
Date
1936-04-01
Page
Seite 168 (sequence 2)
Language
German
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Geologische Beschreibung. Ehe geologische Situation weist offenbar große Ähnlichkeit mit der im zentralen Teile beschriebenen auf. Tiefe Bohrungen östlich von Karkur, zumal Bohrung »L«, welche 1931 ausgeführt wurde, ergaben ein ähnliches Profil wie das auf Seite 6322 wiedergegebene: Zuerst Lehme, Sande und Geröllschichten, welche sich in den Wadis der Vorberge und des Gebirges oberflächenbildend fortsetzen. Danach weiße und graue Mergel; bei etwa 50 m Tiefe beginnt bituminöser Kalkstein, welcher bis in etwa 100 m Tiefe hinabreicht. Von hier ab geht die Bohrung bis zu ihrer Sohle, bei 157 m Tiefe, durch weißen Kalkstein, welcher zumindest in seinen unteren, meist porösen Partien dem Turon angehört. Der bituminöse Kalk dürfte vielleicht dem Senon zuzurechnen sein, die darüber befindlichen Mergel dem Komplex der Saqye- und anderer Tertiär-Schichten, während die obersten Lehme, Sande und Geröllschichten, im ganzen nur etwa 30 m mächtig, vom Mittel- bis Oberpliozän aufwärts gerechnet werden müssen. Nach Westen fallen die Schichten durchweg stark ein. Gleichzeitig nimmt ihre Mächtigkeit erheblich zu. In Bohrung »PH« wurde z. B. der bituminöse Kalk, der in 234 m Tiefe anfing, nach über 400 m Gesamttiefe noch nicht durchsunken und die Situation in Bohrung »GA« ist ganz ähnlich. Randverwerfung. ' Im Wadi Abu Nar, dem nördlichen »Quellwadi« des Wadi Mefjir, an dessen Kreuzung mit der Straße nach Tulkarm—Zikhron Yaaqov, deuten Wasserlöcher mit relativ salzhaltigem Wässer auf Einströmen von Gebirgsgrundwasser in die Küstenebenenschichten. Dies weist wieder auf eine Randverwerfung hin, ähnlich der im ersten Teile festgestellten. Diese dürfte zwischen der Straße Tulkarm— Zikhron und dem Rande der Vorberge verlaufen und dabei auch wie diese in der Gegend Wadi Ära in nordwestliche Richtung umbiegen, bis an den südlichen Carmelrand, wo sie offenbar in die Randverwerfung, welche den Carmel im Südosten begrenzt, übergeht. Hier entspringt die Zerqa (von Picard, ibid. S. 116, Ein Shuni genannt). Die Schüttung dieser Quelle (Ein ez Zerqa) wurde mir 1930 von der PICA wie folgt angegeben: In Trockenjahren etwa 0.250 m3/Sek. oder 900m3/h, in regenreichen Jahren etwa 0.750 m3/Sek. oder 2700 m3/h» Diese Mengen dürften mit Woltmannflügel gemessen sein, daher eine ziemlich hohe Genauigkeit haben. (Picard gibt an, ibid. 1935, S. 116: 750m3/h oder 0.21 m3/Sek. Ich lasse es unentschieden, welche Angabe richtig ist.) Auch ein Teil der Quellen, welche nahe östlich der Straße Tulkarm—Zikhron entspringen — es handelt sich dabei meist um Quellen, welche im späten Frühjahr bis Frühsommer versiegen — verdankt die Entstehung vielleicht dieser Randverwerfung. Nicht weit westlich der Randverwerfung schiebt sich zwischen die Tertiärzone und die Geröllschichten ein heller mariner Sandstein ein, welcher genau dieser Formation im zentralen Teil der Küstenebene entspricht. Eine Aufwölbung der Schichten, welche die Küstenebene unterlagern, wie sie in dem Bezirk nördlich Ramie gegen Westen zu festgestellt werden konnte, mag zwar auch hier vorhanden sein. Das verfügbare Material für die Gegend Hadera—Binyamina reicht jedoch in keiner Weise hin, diese Frage in positivem oder negativem Sinn zu beantworten. Hydrologische Indikationen für eine solche Aufwölbung, in der Form einer Aufstauung des Grundwassers z. B., konnten nicht festgestellt werden. Dagegen steht einwandfrei fest, daß westlich der Bahnlinie, zwischen Hadera und Binyamina, die hellen sandigen und Sandstein-Ablagerungen der Küstenebene an Mächtigkeit'immer weiter zunehmen. Das Profil ist im allgemeinen dasselbe wie das der zentralen Küstenebene, weshalb auf das früher über diesen Teil der Küstenebene Gesagte hingewiesen 2 Jahrgang 1935, Nr. 12.

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