Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Article
- Die Entwicklung des deutschen Außenhandels
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 143 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau 143 AUSSENHANDEL. Die Entwicklung des deutschen Außenhandels« Von Albert J* Phiebig« Der Kampf um die Absatzmärkte der Welt richtet das Augenmerk der hochindustrialisierten Länder auf die Wirtschaftsräume, die noch in Entstehung und Entwicklung begriffen sind. Frühzeitige Aufnahme der Handelsbeziehungen soll die Abnehmer in dem neuen Wirtschaftsgebiet an die Produkte des Lieferlandes gewöhnen. Unter fiesem Gesichtspunkte begann der Außenhandel Deutschland—Palästina. In der Folgezeit wurde Deutschland zu einem der wichtigsten Lieferanten und Abnehmer neben England. Einen außerordentlichen Anstoß erhielt der Handelsverkehr Deutschlands mit Palästina, als die Lösung des Transferproblems für die seit 1933 nach Palästina wandernden Juden aus Deutschland durch Warenausfuhr notwendig wurde. Diese Entwicklung über einen größeren Zeitraum zahlenmäßig zu verfolgen, ist deshalb besonders aufschlußreich. Das vom Statistischen Reichsamt soeben herausgegebene »Statistische Handbuch der Weltwirtschaft« (Verlag für Sozialpolitik, Berlin 1936) ermöglicht eine Übersicht über die palästinensische Einfuhr aus Deutschland und die Ausfuhr nach Deutschland in dem Jahrzehnt von 1925 bis 1934. Überschuß der Einfuhr aus Deutschland Jahr über die Ausfuhr nach Deutschland in 1000 £P in Millionen RM 1925 933 13,7 1926 680 10,0 1927 468 6,9 1928 598 .. 7,0 1929 627 7,8 1930 558 4,3 1931 436 3,3 1932 442 2,6 1933 830 5,7 1934 1068 4,7 Ein Vergleich der deutschen und palästinensischen Bezifferung der gegenseitigen Handelsbeziehungen ergibt eine Reihe Von Unstimmigkeiten; das erklärt sich hauptsächlich aus den verschiedenartigen statistischen Methoden. Die Einfuhrzahlen des Department of Custome, Excise and Trade in Haifa enthalten auch das eigentliche Einwanderergut, gebrauchtes persönliches Hab und Gut, das auf deutscher Seite nicht als Ausfuhr betrachtet wird. Ferner sind bei diesen Abweichungen auch die in den letzten Jahren eingetretenen Veränderungen im Bewertungsverhältnis zwischen Reichsmark und Pfund zu berücksichtigen. Besonders enge Handelsbeziehungen verbinden Palästina naturgemäß mit dem Mandatarstaat England und den Nachbarländern Ägypten und Syrien. Seit 1933 ist Deutschland als Bezugs- und auch als Absatzgebiet an die zweite Stelle -~ also hinter England — gerückt: etwa ein Zehntel der gesamten palästinensischen Einfuhr wurde in den Jahren seit 1925 aus Deutschland bezogen.