Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Article
- Zur Eröffnung des neuen Museums in Tel Aviv
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 134 (sequence 4)
- Language
- German
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Utrillo, Derain, Picasso, Laurencin, van Gogh, Ensor, Degas, Antokolski, Epstein, Lewithan, Gottlieb, Scharf, Fiori, Bazzarro, Lehmbruck — Künstler von internationaler Bedeutung, die Beweis dafür sind, daß das Museum nur erstrangige Werke sammelt. In übersichtlicher Anordnung und Auswahl werden diese Schätze eine gute Anschauung Ein Blick in die Innenräume. der Kunst in den verschiedenen Ländern vermitteln. Es sind heute wohl schon alle Länder, die namhafte Künstler hervorgebracht haben, vertreten. Den jüdischen Künstlern aus aller Welt soll selbstverständlich in dem Museum der ersten jüdischen Stadt besonderer Raum gewidmet sein, um Zeugnis abzulegen von dem Können und Streben jüdischer Leistung. So ist z. B. ein Saal prominenten jüdischen Malern eingeräumt u. ein spezieller Liebermannu. Lesser-Ury-Saal eingerichtet worden. Das Museum bildet einen wichtigen Erziehungsfaktor für Volk und Jugend. Es ist das Kunstzentrum, das allen Schichten der Bevölkerung Anregung, Belehrung und künstlerischen Genuß bieten und der Geschmacksbildung dienen will. Wenn wir bemüht sind, aus dem Auslande gute Kunstwerke zu erhalten, so leitet uns dabei der Gedanke, daß unserem Lande zunächst Kunst zugeführt werden muß, damit auf diese Weise die Vorbedingungen zum Erblühen einer eigenen Kunst geschaffen und so unserem künstlerischen Leben Nahrung gegeben werde. Es soll und muß aber auch im Laufe der Zeit das Museum palästinensischer Kunst werden. Es soll der Welt unsere Leistungen, die in unserem Land, in der eigenen Volksgemeinschaft entstehen, zeigen. Es soll das Sprachrohr unserer Künstler sein, die hier in Palästina bemüht sind, eine neue jüdische Kunst zu schaffen. Das Beste, das hier an Kunst entsteht, soll für alle Zeit liier gesammelt und bewahrt werden. Wenn wir hier auch heute erst am Anfang stehen und vorläufig nur einen nicht der Bedeutung dieser Aufgabe gemäßen Raum eingerichtet haben, so liegt das an dem Mangel an Mitteln zur Erwerbung von Kunstwerken. Wir hoffen jedoch, daß es uns nunmehr gelingen wird, gerade die palästinensische Abteilung mit besonderem Nachdruck ausbauen zu können.