Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Legislative Council [Nachricht]
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 100 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten und Daten Abgeschlossen ani 5. Februar 1936 POLITIK. Legislative Council: Aus Jerusalem wird gemeldet: Sir Arthur Wauchope beantwortete heute ein Memorandum» das ihm von den arabischen politischen Parteien vorgelegt worden war. Dieses Memorandum enthielt drei Forderungen: 1. Eine demokratische Regierung für Palästina; 2. die Einstellung der jüdischen Einwanderung, und 3. ein Verbot des Landverkaufes an Juden. Der Oberkommissar antwortete: Zu Punkt 1: Die Forderung nach einer demokratischen Regierung ist bereits beantwortet durch den Vorschlag zur Errichtung eines (gesetzgebenden Rates, Zu Punkt 2: Eine vollkommene Unterbindung der jüdischen Einwanderung kommt nicht in Frage. Leitender Grundsatz für die Frage der Einwanderung muß die wirtschaftliche Aufnahmsfähigkeit Palästinas sein. Zu Punkt 3: Ein Grundbesitzer darf nur so viel von seinem Besitz verkaufen, daß er genügend übrig behält, um seine Familie ernähren zu können. (Hierüber siehe unter »Öffentliche Verwaltung«.) Nach neuesten Meldungen sollen die Forderungen der Araber auf Ausdehnung der Kompetenz des Rates (Punkt 1) vom Kolonialsekretär abgelehnt und seine Einsetzung neuerlich vertagt worden sein. Die Unruhen in Syrien* Die weitausgebreiteten Unruhen in Syrien haben die Palästina-Regierung veranlaßt, die Grenze gegen Syrien durch motorisierte Militärabteilungen zu sichern, um ein Übergreifen auf Palästina zu verhindern. Da die Absicht besteht, in Palästina Sympathiekundgebungen für die Aufständischen zu veranstalten, hat die Regierung an die arabischen Jugendorganisationen eine ernste Mahnung vor solchen Solidaritätskundgebungen ergehen lassen. Politisches Attentat, Auf den bekannten angesehenen jüdischen Rechtsanwalt Dr. Mordechai Eliasch, der die Jewish Agency im-Klagemaüer-Fall 1929 vertreten hat, wurde am 29. Jänner in Jerusalem ein Messerattentat-, verübt. Dr. Eliasch wurde schwer verwundet ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. Beschränkung des Bodenverkaufes: Die J. T. A. verbreitet folgende Meldung: Offiziell wird mitgeteilt, daß die Regierung Palästinas ein Gesetz vorbereitet; das den Ver^ kauf von Boden durch Araber einschränkt. Bodentransaktionen werden nicht genehmigi wenn der Teile seines Bodens verkaufende Araber nicht mindestens 120, bzw. 85, bzw. 50 Dunam Boden in seinem Besitz zurückbehält; der Umfang des minimalen Bodenbesitzes des Arabers ist abhängig von der Lage des Bodens, nämlich ob er in einem Hügelgelände oder in der Ebene gelegen und wie-weit der Boden von einem Stadtzentrum entfernt ist. Das Gesetz soll für den Beer-Sheba-Distrikt wegen seiner Wasserarmut und des Fehlens jüdischer Kolonien in demselben keine Geltung haben. Präsident Weizmann stattete dem High Commissioner Wauchope einen Besuch ab und legte in der energischesten Weise Protest gegen das angekündigte Gesetz, welches als ein Schlag gegen den jüdischen landwirtschaftlichen Aufbau empfunden werden muß, ein.