Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Hygiene. Von Prof. Dr. Walter Roth, Haifa.
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
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des ersteren, hatte nun vom 29. November bis 5. Dezember eine »Reinlichkeitswoche« eingerichtet in der sie sich an alle Einwohner, Organisationen, Institute, Schulen, Restaurants, Verkaufsstätten, Büros usw. wandte, um die hygienischen Zustände in Haifa zu verbessern. Umzüge von Schülern und Sportorganisationen wurden veranstaltet, Vorführungen in Kinos, Vorträge über hygienische Fragen, auch über die Arbeiterhygiene, Aufsätze in Zeitungen und eine Ausstellung im Pewsner-Haus. Vor allem ließ die Stadtverwaltung überall eine Broschüre mit etwa 12 Seiten Text verteilen. In dieser wird der Zweck der Hygienewoche dargelegt und es werden kurze Aufsätze darin veröffentlicht über die Reinlichkeitspflichten des einzelnen, über die Hygiene im Lichte der Thora, über Mittel zur Verhinderung von Verunreinigungen, über Hygiene in den Straßen, Höfen und Plätzen, über Unreinlichkeiten und Augenkrankheiten, über die Wasser- und Kanalisationsverhältnisse in Haifa. Die Stadtverwaltung hofft durch diese Reinlichkeitswoche nicht nur bei den einzelnen Bürgern den Sinn für Hygiene, der manchmal auch bei den Neueingewanderten und den doch von früher her an Hygiene Gewöhnten ganz geschwunden zu sein scheint, zu heben, sondern vor allem den Schülern und der Jugend ein Reinlichkeitsgefühl einzuimpfen und an die Hygiene zu gewöhnen, die nach einem alten Wort »sogleich hinter Frömmigkeit kommt«. Vor allem will aber die Stadtverwaltung durch diese Hygienewoche und durch die Mitwirkung aller Kreise der Bevölkerung bei der Regierung erreichen, daß sie der öffentlichen Hygiene und den vorhandenen Mißständen mehr Aufmerksamkeit zuwendet und die Bemühungen des Waad auf diesem Gebiete besser unterstützt. Hoffentlich haben diese Bestrebungen den gewünschten Erfolg, da, wie früher dargelegt1, die hygienischen Zustände in Palästina manches zu wünschen übrig lassen. WIRTSCHAFT. Das Wirtschafts^Barometer: Jänner 1936. Von Dr. J. Adler, Tel Aviv. Der palästinensische Geldumlauf ist nunmehr von 7,545.134 £P am 1. November 1935 und von 6,885.134 £P Geld- und Kapitalmarkt am 1. Dezember 1935 auf 6,561.134 £P am 1. Jänner 1936 (4,738.964 £P am 1. Jänner 1935) zurückgegangen. Diese neueste Verminderung erklärt sich gewiß teilweise noch, aus dem Rückfluß der »Hamstergelder« an die Banken, zum Teil aber auch unzweifelhaft aus der, Einschränkung des Zahlungsmittelbedarfs infolge der noch immer andauernden Depression. Den Tendenzen, die auf eine Normalisierung der Wirtschaftslage hinarbeiten und in der äußerst besonnenen Haltung des jüdischen Publikums, das eine »Krise« keinesfalls aufkommen lassen will, ihre Stütze finden, stellen sich leider verschiedene negative Faktoren in den Weg. An erster Stelle ist die innenpolitische Unruhe zu nennen, im Hinblick auf den projektierten und von den Arabern schon halb akzeptierten »Legislative Council«, wie auch auf die angekündigten Maßnahmen zur neuen Erschwerung der Immigration. Hinzu kommt die neu aufflackernde außenpolitische Besorgnis. Weiterhin ist zu erwähnen, daß die versprochenen offiziellen Stützungsschritte bisher nicht erfolgt sind, weder die sofortige Aufnahme großer öffentlicher Arbeiten durch die Regierung, obwohl deren Reservefonds bis zum 1. Dezember 1935 bereits 6,155.220 £P (gegenüber 4,733.555 £P am 1. April und 6,051.370 £P am 1. November 1935) erreicht hat, noch die ebenfalls schon längst avisierte Aktion zur Ausdehnung der Kreditgewährungsmöglichkeiten der kleinen Banken. Auch die kommunale Arbeitsbeschaffung hat bisher den Erwartungen nicht entsprochen, zumal da. 1 Diese Zeitschrift 1935, Nr. 10, S. 526.